Erster Etappensieg für die Kraftwerksgegner
Seitens der A-Tec wurde der Antrag auf Umrüstung des Voitsberger Kraftwerks von Braun- auf Steinkohle zurückgezogen. Über die weitere Zukunft des ÖDK III kann nur spekuliert werden.

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Ich kann nur bestätigen, dass wir unseren Antrag zurückgelegt haben", betont Gerald Wechselauer von der Presseabteilung der A-Tec. Mit Antrag ist jener Antrag auf Umrüstung des Voitsberger Kraftwerks von Braun- auf Steinkohle gemeint. Die Genehmigungsbehörde hat der A-Tec eine Nachfrist für eine Mängelbehebung übermittelt. "Diese Frist endete am 19. April. Aufgrund der aktuellen Entwicklung der A-Tec haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Für eine Einschätzung der Situation brauchen wir noch etwas mehr Zeit", erklärt Wechselauer und ergänzt: Wir können jederzeit einen neuen Antrag stellen." Im Herbst 2008 hatte Kovats das Werk dem Verbund abgekauft.
Auch Bezirkshauptmann Hannes Peißl bestätigt, dass der Antrag auf Umrüstung zurückgezogen wurde. "Für dieses Projekt haben gewisse Unterlagen gefehlt, von der Behörde gab es den Auftrag nachzujustieren", weiß Peißl. Die Bewilligung für Braunkohle sei aber nach wie vor aufrecht.
"Damit ist das ÖDK III als Kraftwerk für fossile Brennstoffe Geschichte. Für uns kam diese Entwicklung nach der drohenden Pleite der A-Tec nicht überraschend", berichtet Ernst Meixner, Bürgermeister von Voitsberg. Meixner werde sich bemühen, eine vernünftige Lösung für die Region zu finden. "Wir werden alle politischen Kräfte und Entscheidungsträger einbinden. Das, was wir am wenigstens brauchen können, ist eine Industrieruine, die uns Jahrzehnte begleitet", so Meixner.
Dieser Meinung ist auch Vizebürgermeister und Kraftwerksgegner Walter Gaich: "Ich würde mir wünschen, dass das Kraftwerk abgerissen und stattdessen in Bezug auf erneuerbare Energien etwas Sinnvolles errichtet wird." Gaich freut sich zwar über die aktuellen Ereignisse, kündigt aber an, weiterhin hellhörig zu bleiben. "Denn noch ist offen, wie es schlussendlich weitergeht. Schließlich hat Kovats die Möglichkeit, das Kraftwerk zu verkaufen", erklärt Gaich.
In Italien und der Türkei soll es Interessenten geben. "Die Frage ist, ob das Kraftwerk ausgeschlachtet wird und einzelne Komponenten verkauft werden oder, ob es wieder in Betrieb geht", sind Krista Zalar und Georg Kürzl vom Verein "Zukunft. Voitsberg" skeptisch. Mit Braunkohle wäre ein Betrieb genehmigt. "Egal, wie es weitergeht, ein Wiedereröffnungsverfahren dauert Jahre", so Kürzl. Über den Abriss des Werks würde man sich natürlich am meisten freuen. "Auf jeden Fall haben die Kraftwerksgegner bezüglich einer Wiederinbetriebnahme eines Kohlkraftwerks zum Nachdenken angeregt. Das ist sehr wichtig", unterstreicht Zalar. Siehe auch S. 33















