Pharmakonzern Roche kurbelte 2011 steirische Wirtschaft an
Der Schweizer Pharma- und Diagnostikkonzern Roche, der seinen Grazer Standort Ende 2013 schließen wird, hat 2011 Aufträge in der Höhe von rund 16 Mio. Euro für steirische Zulieferer vereinbart.

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Bei den Aufträgen um rund 16 Mio. Euro, die Roche 2011 vereinbarte, handelt es sich sowohl um einmalige Projekte im Zusammenhang mit der im Dezember 2010 bekanntgegebenen Absiedelung der Produktion, als auch Outsourcing-Projekte (rund 6 Mio. für 2011), hieß es auf Anfrage der APA bei Roche Diagnostik in Graz.
Im Bereich der Outsourcing-Projekte ist die Übernahme von zehn bisherigen Roche-Mitarbeitern in die Firma Seidel Elektronik aus Deutschlandsberg und Kozar Präzisionstechnik in Graz geplant. Die Seidel Elektronik wird die elektromechanischen Baugruppen für die Blutgasanalysegeräte, die bisher am Grazer Roche-Standort produziert wurden, an den Roche-Konzern liefern. Das Projekt umfasst in erster Stufe einen jährlichen Umsatz von 5 Mio. Euro. "Allen sieben bisherigen Mitarbeitern dieser Baugruppe wird angeboten mitzugehen", so die Grazer Roche-Sprecherin. Diese hätten bis Jahresende Bedenkzeit. "Wir streben an, dieses Projekt sowohl in puncto Umsatz als auch in puncto Arbeitsplätze noch weiter auszubauen", so Seidel-Elektronik-Geschäftsführer Andreas Brenner.
Outsourcing: Kozar Präzisionstechnik
Das Grazer Unternehmen Kozar Präzisionstechnik übernimmt die Schlauchkonfektion für die Blutgasanalysegeräte von Roche Diagnostics. Durch dieses Outsourcing in der Größenordnung von 800.000 Euro werden drei zusätzliche Arbeitsplätze bei Kozar geschaffen, die zurzeit intern bei Roche Diagnostics Graz ausgeschrieben sind.
Bereits im Sommer hatte das Schweizer Unternehmen einen Auftrag an den steirischen Automationsspezialisten M&R Automation GmbH in der Höhe von 4,5 Mio. Euro vergeben. Nun wurde ein Folgeauftrag in der Höhe von 2,5 Mio. Euro erteilt. Weiters wurde an die Firmen VTU Engineering GmbH (1,8 Mio. Euro), die Gleisdorfer VESCON Systemtechnik GmbH (900.000 Euro für eine Produktionsanlage) und dem Grazer Unternehmen Prototypenbau Meister (rund 430.000 Euro für kleinere Anlagen) vergeben.
Mit dem "Research Center for Pharmaceutical Engineering RCPE in Graz wurde ein Rahmenvertrag für die nächsten zweieinhalb Jahre in der Höhe von 1,25 Mio. Euro geschlossen. Weiters habe sich eine Kooperation zwischen Ventana Medical Systems (ein Mitglied der Roche-Gruppe, Anm.), und der Med-Uni Graz angebahnt, um gemeinsam an der Entwicklung und Validierung diagnostischer mikroskopischer Tests für Krebspatienten zu arbeiten.
"Synergien mit strategischen Partnern"
"Mir war es von Anfang an wichtig, dass Roche auch zukünftig Synergien mit strategischen Partnern in der Steiermark nutzt", so Ulrich Kanter, Geschäftsführer der Roche Dignostics Graz GmbH. Dem HTS werde die Firma auch nach der Absiedelung erhalten blieben. Für den steirischen Wirtschaftslandesrat Christian Buchmann (V) sind die vereinbarten Aufträge ein Beleg dafür, "dass wir damit Wertschöpfung und wichtige Arbeitsplätze in der Steiermark nicht nur halten, sondern ausbauen können". Aus seiner Sicht würden die Aufträge "auch Türen zu anderen Konzernen öffnen und Wachstum ermöglichen".
Roche hat im November 2010 die Schließung des Grazer Standortes mit seinen rund 400 Beschäftigten für Ende 2013 bekanntgegeben. Ein Teil der Mitarbeiter werde in die Schweiz übernommen, hieß es damals.















