Ernst will wieder nach ganz oben
Johanna Ernst, Weltmeisterin im Sportklettern 2009, spricht über Motivationsprobleme und die Vorzüge des neuen Kletterzentrums.

Foto © R. HeiglJohanna Ernst hat in der neuen Akademie in Mitterdorf auch frische Motivation gefunden
Vor zwei Wochen ging das Kletterzentrum Mitterdorf in Mürztal in Betrieb. Ex-Weltmeisterin Johanna Ernst (19) hat die Trainingsstätte jetzt direkt vor der Tür. Im Interview spricht sie darüber, wie das ihre Motivation wieder gesteigert hat.
Johanna, Sie hatten im Vorjahr mit Operationen an beiden Knöcheln einige Rückschläge zu verkraften. Dennoch ist Ihnen am Ende des Jahres wieder ein Weltcupsieg gelungen. Sind Sie wieder völlig gesund?
JOHANNA ERNST: Ja, jetzt geht es mir wieder gut. Im Vorjahr konnte ich wirklich wenig trainieren. In den Wettkämpfen habe ich schon alles gegeben, aber dazwischen war die Motivation nicht mehr da. Dafür waren die Ergebnisse ohnehin hervorragend.
Welche Lehren konnten Sie daraus ziehen?
ERNST: Dass mein Ausflug zum Bouldern (Anm.: Das Klettern extrem schwieriger Routen in niedriger Höhe ohne Seilsicherung) nichts für mich war (lacht). Ich werde es jetzt sein lassen, denn jedes Mal wenn ich in die Wand gehe, habe ich Angst, dass ich mich wieder verletze.
Wodurch ist die Motivation wieder gekommen?
ERNST: Es ist ein neues Jahr da und jetzt starten wir wieder durch! Das hier (Anm.: sie zeigt auf die riesigen Wände über ihr) hat sicher viel dazu beigetragen. Dieses Zentrum ist einfach perfekt. Außerdem muss ich jetzt nicht stundenlang zum Training nach Judenburg oder Wien fahren, sondern nur noch zehn Minuten.
Was werden Sie in der neu gewonnen Freizeit machen?
ERNST: Die werde ich wohl oder übel mit Lernen verbringen. Ich bin in der letzten Phase vor der Matura an der Abendschule. In einigen Fächern bin ich schon fertig, bis Sommer vor dem Beginn der Saison im Vorstieg-Weltcup sollte ich fertig sein.
Wie viel Zeit bleibt da noch für das Training und wie sieht es genau aus?
ERNST: Es bleibt genug Zeit. Derzeit mache ich viel für die Maximalkraft. Beim Dehnen bin ich ein bisschen faul. Und dann arbeite ich vier bis fünf Stunden in der Wand. Bis ich runterfalle. . .
Es gibt hier in Mitterdorf auch ein Kletterlabor, das Ihr Vater, der ja auch Sportarzt ist, leitet. Was bringt das?
ERNST: Das weiß ich noch nicht. Das hat es noch nie in einer Halle gegeben und es ist ja auch noch nicht ganz fertig. Aber es wird schon etwas bringen, ich lasse mich da überraschen.















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