Shaun White, Extremsportler, im Porträt
Shaun White (25) schrieb mit einer perfekten Benotung Snowboard-Geschichte.

Foto © APShaun White
Sein Spitzname ist "fliegende Tomate" - wegen seiner langen, roten Haare, die bei seinen Tricks ungezähmt aus dem Helm hervorlugen. Und mitunter bekommt man bei Shaun White schon den Eindruck, dass er fliegen kann. Bis zu 14 Meter hoch ist er in der Luft, wenn er mit dem Snowboard in der Halfpipe seine Tricks zum Besten gibt. Tricks, die er oftmals auch selbst erfunden hat und die ihn zu einer Ikone seines Sports gemacht haben. Zu einem Großverdiener sowieso. Alleine 2010, als er bei Olympia in Vancouver zum zweiten Mal nach 2006 Olympia-Gold gewann, soll er über acht Millionen Dollar verdient haben.
Dass aus White einmal ein Großer werden würde, war früh klar. Nicht bei der Geburt, denn da laborierte er noch an einem Herzfehler, der mit zwei Operationen am offenen Herzen aber erfolgreich korrigiert wurde. Mit sechs Jahren aber war sein Potenzial greifbar, da unterzeichnete er seinen ersten Sponsorvertrag. Mit elf Jahren war er erstmals bei den "X-Games" am Start - den Sport-Spielen des US-TV-Senders ESPN, in dem in Aspen Jahr für Jahr die besten Sportler der Freestyle-Szene gekürt werden. Mit 16 holte er da seine erste Medaille, schon mit 13 Jahren bekam er den Spitznamen "FutureBoy" - Kind der Zukunft. Ein Name, dem er in gewisser Weise bis heute gerecht wird, denn seine fast jungenhaften Streiche - er bespritzt Kameraleute mit Wasser oder zieht Moderatoren plötzlich die Mütze ins Gesicht - sind nach wie vor eine Art Markenzeichen.
Der Grund für seine Erfolge mag in seiner perfekten Vorbereitung liegen. White, übrigens als Skateboarder auch im Sommer erfolgreich, ließ neben seinem Haus in den Rocky Mountains eine Halfpipe bauen, um neue Tricks zu üben - bis zur Perfektion. Bei den X-Games gelang ihm genau diese, nach Ansicht der Punkterichter. Dafür gab es die Maximalnote 100,00, die bislang für Utopie gehalten worden war. Der Grenzgänger White hat alle Grenzen gesprengt, scheint es. Nur er selbst, von der spanischen Zeitung "Marca" als Lionel Messi des Schnees bezeichnet, ist da anderer Meinung: "Es gibt immer ein nächstes Jahr und es gibt immer etwas zu verbessern."
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