Okotie musste zittern und faxen
Rubin Okotie spricht im Kleine Zeitung-Interview über die chaotischen letzten Stunden vor seinem Wechsel zum SK Sturm Graz – und warum er selbst das Faxgerät bedienen musste.

Foto © GEPARubin Okotie
Rubin Okotie ist ein gefragter Mann, seit sein Wechsel zu Sturm doch noch geklappt hat. Dementsprechend lange dauert es, bis der 24-Jährige Stürmer in seiner Wohnung im südbelgischen St. Truiden abhebt.
Wie oft hat das Handy denn geklingelt, in den letzten Tagen?
Okotie: Sehr oft. Zuerst die schwierigen Verhandlungen mit Nürnberg, Sturm und St. Truiden. Und seit dem Wechsel haben natürlich auch viele Leute angerufen.
Warum ist es mit ihrem Transfer zu Sturm so knapp geworden?
Okotie: Truiden wollte mich so knapp vor Ende der Transferzeit nicht gehen lassen, weil sie keinen Ersatz für mich hatten. Erst als sie dann doch jemand gefunden hatten, waren sie mit der Leihvariante einverstanden.
Zitiert
"In Belgien habe ich mich nie so richtig wohl gefühlt."
Wie knapp war es denn am Ende wirklich?
Okotie: Sehr. Und es war vor allem auch sehr chaotisch. Truiden hat gerade keinen Präsidenten. Die Sekretärin sollte den Transfer zwischen Sturm, Nürnberg und Truiden abhandeln, kannte sich aber nicht wirklich aus. Also habe ich die meisten Faxe selbst geschickt. Das letzte Fax erst zwei Minuten vor Mitternacht.
Sind jetzt alle Formalitäten rechtzeitig erledigt worden?
Okotie: Ja, bis auf die Abmeldung beim belgischen Verband. Die muss man per Post schicken. Das kann man aber nachträglich machen und rückdatieren. Daran scheitert es nicht mehr. Aber ich habe schon gezittert, ob es gereicht hat.
Wann hatten sie denn das erste Mal selbst Kontakt mit Sturm?
Okotie: Am Montag habe ich das erste Mal mit Franco Foda gesprochen. Das hat für mich endgültig den Ausschlag gegeben. Ich habe Foda als Trainer immer sehr geschätzt, weil er mit Sturm viel erreicht hat und auch heuer noch viel erreichen kann. Jetzt freue ich mich richtig auf das halbe Jahr bei Sturm. Ich will mich in Graz beweisen und mir einen Stammplatz erkämpfen. Was danach kommt, werden wir sehen.
Und jetzt geht es nach Belek?
Okotie: Nein, das zahlt sich nicht mehr aus. Ich hätte erst Donnerstagabend einen Flug bekommen, Sturm fliegt aber schon am Samstag wieder zurück. Also haben wir beschlossen, dass ich hier in Belgien einmal meine Wohnung auflöse und am Montag nach Graz komme.
Transfers
Sie waren oft verletzt. Wie steht es denn derzeit um ihre Fitness?
Okotie: Jetzt wieder gut. Das Knie bereitet mir Gott sei Dank keine Probleme mehr. Ich bin fit.
Fit für den Konkurrenzkampf in einer Offensive mit Szabics, Bodul, Pavlov und Haas?
Okotie: Ja. Das ist eine große Chance für mich. Außerdem ist es gut, wenn in einer Mannschaft viele gute Spieler sind. Ich will mich beweisen, sodass der Trainer nicht an mir vorbeikommt.
Sind Sie mit ihrem Auslands-Experiment gescheitert?
Okotie: Nein. Es ist sicher nicht so gelaufen, wie ich mir das erhofft habe. Ich musste viele Rückschläge verkraften – aber genau das nehme ich als positive Erfahrung sicher aus der schweren Zeit, die ich hatte, mit.
Aber Sie klingen doch froh, wieder in Österreich zu spielen.
Okotie: Ja, denn in Belgien habe ich mich nie so richtig wohl gefühlt.

















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