Schöttel versteht den "Winter-Schlussverkauf" nicht
Rapid-Trainer Peter Schöttel hat die Transferhektik aus der Ferne mitverfolgt - zum Teil mit Unverständnis. Die Folgen der Personalrochaden bei Titekonkurrenten will Schöttel nicht beurteilen, dafür will er den Titel. An einem Salihi-Transfer wird weiter gearbeitet.

Foto © GEPAPeter Schöttel
In aller Abgeschiedenheit bereitet sich der SK Rapid bis Mittwoch an der portugiesischen Algarve auf die Frühjahrssaison vor - abseits der klirrenden Kälte und der zuletzt hektischen Transfertätigkeiten in der Heimat. Für den turbulenten Winter-Schlussverkauf in der Fußball-Bundesliga hat Coach Peter Schöttel nur bedingt Verständnis. "Da steige ich ein bisschen aus, wenn man alles am letzten Tag machen muss. Als Trainer habe ich lieber schon viel früher alles erledigt."
Bei Rapid verlief die Transferzeit ohne Aufreger, lediglich Christoph Saurer verließ die Grün-Weißen in Richtung Wiener Neustadt. So blieb für Schöttel genügend Zeit zu beobachten, wie es bei den Titelkonkurrenten Salzburg, Austria und Sturm Graz vor allem in der Offensive zu Personalrochaden kam.
Was dies für den Kampf um die Meisterschaft bedeuten könnte, wagte Schöttel nicht zu prophezeien. "Die neuen Salzburg-Spieler kenne ich nicht. Die Austria hat wichtige Leute verloren, aber aus meiner Sicht auch richtig reagiert und gute Spieler nachgeholt. Und Kienast wird Sturm abgehen. Man weiß zwar nicht, in welchem körperlichen Zustand Okotie und Pavlov sind, doch da gibt es auch noch Bodul, Haas oder Muratovic."
Rapid spart sich die Integration
Das Problem, neue Kicker schnell integrieren zu müssen, bleibt Schöttel im Gegensatz zu den größten Rivalen diesmal erspart. In der Herbstsaison hatte Rapid die Integration von zahlreichen Neuzugängen phasenweise noch schwer zu schaffen gemacht. "Gegen Ende des Herbstes hat dann aber schon viel funktioniert, auch wenn es nach wie vor Potenzial nach oben gibt", meinte der Betreuer des Winterkönigs.
Die derzeitige Spitzenposition wollen die Hütteldorfer unbedingt bis zum Schluss verteidigen. "Wir träumen natürlich davon, auch am Ende auf Platz eins zu sein. Doch das wäre sehr überraschend, weil Salzburg über die mit Abstand größten Möglichkeiten verfügt", sagte Schöttel.
Um die zwei Punkte zurückliegenden Salzburger auf Distanz zu halten, benötigt Rapid einen gelungenen Frühjahrsstart, was jedoch in der jüngeren Vergangenheit nur selten gelang. Auch die bisherigen Testspiel-Ergebnisse verheißen diesbezüglich nicht Gutes, aber Schöttel beschwichtigte: "Die Resultate in der Vorbereitung sind völlig egal. Wir nehmen uns in diesen vier, fünf Wochen die Zeit, uns optimal vorzubereiten."
Lösung für Salihi gesucht
Seinen Optimismus schöpft der Ex-Teamspieler daraus, dass mit Ausnahme von Rene Gartler (Schambeinentzündung) alle Spieler die Trainingseinheiten ohne gröbere Blessuren mitmachen konnten. Zudem finden die Rapidler laut Schöttel in Portugal optimale Bedingungen bei Temperaturen von rund 15 Grad vor.
Lediglich Hamdi Salihi muss in Österreich frieren - für den Albaner wurde bisher noch kein Abnehmer gefunden. Ein Wechsel zum chinesischen Klub Changchun Yata ist aber nach wie vor möglich. "Da arbeiten wir in Wien an einer Lösung. Falls nichts passiert, wird er im Kader sein, wenn er besser ist als andere", sagte Schöttel über den Stürmer.















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