Millionen-Rechtsstreit der Konkursclubs beigelegt
Laut Medienberichten haben sich die Masseverwalter auf einen Vergleich geeinigt, nachdem das OLG Graz dem FC Kärnten bereits 514.000 Euro zugesprochen hatte. Nun müssen noch die Gläubigerausschüsse zustimmen.

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Der Streit zwischen den beiden, mittlerweile in Konkurs befindlichen Vereinen, FC Kärnten und Austria Kärnten begann 2007. Damals sollten mit 1,15 Millionen Euro dem FCK ein, an die Austria abgetretener, Sponsorvertrag, Ausbildungsentschädigungen für Akademie-Kicker sowie Ablösen für Kampfmannschaftsspieler abgegolten werden. Die Haftung für die Summe, die nie ausgezahlt wurde, übernahmen damals die Stadt Klagenfurt und das Land Kärnten. Jetzt werden die beiden und damit der Steuerzahler in die Tasche greifen müssen.
Am Landesgericht Klagenfurt einigten sich die Masseverwalter Kurt Hirn (FC Kärnten), Roland Grilc (Austria Kärnten) und Michael Sommer als Vertreter für Stadt und Land auf einen Vergleich von 840.000 Euro.
Die öffentliche Hand könnte das Geld sofort überweisen. "Wir werden die Entscheidung rechtlich prüfen. Ist sie in Ordnung, geht damit eine traurige Causa im Klagenfurter Fußball zu Ende", erklärte Landeshauptmann Gerhard Dörfler. "Die Summe war ständig im Budget vorgesehen. Wenn der Vergleich bestätigt wird, zahlen wir", erklärte Klagenfurts Finanzreferent Albert Gunzer, "ich denke, dass das Geld an den Masseverwalter des FCK geht".
Das sieht auch Kurt Hirn so: "Laut dem Text der Finanzierungszusage von damals müssen die 840.000 Euro an mich überwiesen werden. Die Austria Kärnten hat keinen Anspruch darauf. Ich bediene dann meine Gläubiger damit." Anders sieht es der Austria-Masseverwalter Roland Grilc: "Hirn kann nichts fordern, denn nur ich habe einen Vertrag mit Land und Stadt. Daher werde ich das Geld für mich fordern, es in meine Masse einbringen und auf die Gläubiger aufteilen. Der FC Kärnten bekommt dann zwischen acht und zehn Prozent davon."
Weiterer Prozess?
Passiert das so, geht das Verfahren weiter. "Dann gibt es einen Streit zwischen Grilc und mir, der kann nur vor Gericht ausgetragen werden", stellte Hirn klar. Einig sind sich die beiden nur in zwei Dingen: "Wir gehen davon aus, dass der Gläubigerausschuss dem Vergleich zustimmt. Nach jetzigem Stand bekommt kein Klub ein Geld, es geht alles in die Masse." Das hofft FCK-Präsident Josef Steindorfer nicht: "Mit dem Geld und ein bisschen dazu, könnten wir den Zwangsausgleich durchbringen. Zumal ich noch einige Klagen gegen die Stadt vorbereitet habe. Ich bin aber überzeugt, wir finden einen Konsens. Dann lebt der richtige Traditionsverein wieder auf."
Features
Chronologie: Gründung FC Kärnten
Der Klub wurde 1920 als KSK Klagenfurt gegründet. 1927 fusionierte der Verein mit dem Klagenfurter SK zum SK Austria Klagenfurt. 1997 ging die Austria eine Spielgemeinschaft mit dem VSV ein. Am 25. Juni 1999 wurde aus der Spielgemeinschaft der FC Kärnten. In der Saison 2000/2001 gelang der Aufstieg in die Bundesliga.
Abstieg und Konkurs
Im Spieljahr 2001/2002 gelangen Cup-Sieg und Supercup-Sieg . Dazu kam der Auftritt im UEFA-Cup. Ende der Saison 2003/04 begann der Abstieg. 2007/08 musste der Klub in die Regionalliga. Am 5. September 2008 stellte Präsident Josef Steindorfer Konkursantrag, am 21. Jänner 2009 wurde der Spielbetrieb eingestellt. Schulden: 6 Millionen Euro.
Gründung Austria Kärnten
Gegründet wurde der Verein 1946 als Askö Pasching. Der Klub verlegte am 1. Juni 2007 seinen Sitz nach Klagenfurt und änderte seinen Namen auf SK Austria Kärnten. Spielort des Bundesligavereins war das neue EM-Stadion. Als Präsident wurde Mario Canori vom damaligen Landeshauptmann Jörg Haider eingesetzt.
Abstieg und Konkurs
Im Spieljahr 2009/10 erfolgte der Abstieg in die Erste Liga. Am 28. Mai 2010 wurde die Bundesliga-Lizenz verweigert. Der Klub musste in die Regionalliga Mitte absteigen. Am 14. Juni 2010 meldeten sowohl der Verein als auch sein hundertprozentiges Tochterunternehmen Austria Kärnten Wirtschaftsbetriebe GmbH Konkurs an. Schulden: 4 Millionen Euro.















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