Hypo-Prozess: Richter hat Bedenken
Schadenersatzklage gegen Ex-Manager auf 48 Millionen sei nicht schlüssig.

Foto © Weichselbraun
45 Minuten dauerte der erste Verhandlungstag im jüngsten Hypo-Prozess. Wie ausführlich berichtet, klagt die Hypo Alpe Adria mehrere Ex-Manager, darunter Wolfgang Kulterer, Günter Striedinger und Josef Kircher, auf 48 Millionen Euro. Der Schaden sei beim Vorzugsaktien-Deal 2004 entstanden.
Wie sich die Schadenssumme zusammen setzt, ist laut Richter Oliver Götsch nicht ersichtlich, auch die Klage sei seiner Meinung nach nicht schlüssig. Dennoch wird am 3. Juli vor dem Wiener Handelsgericht weiterverhandelt. Ein Aussetzen des Verfahrens - immerhin startet am 27. März in Klagenfurt ein Strafprozess auf Basis des gleichen Sachverhalts - sei laut Götsch nicht notwendig. Dort werden andere Fragen untersucht. Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Kernthema des Zivilprozesses ist der Vorzugsaktien-Deal aus dem Jahr 2004. Damals hatte die Hypo Prominenten Vorzugsaktien der Hypo-Leasing um 100 Millionen Euro gekauft und im Juli und August an Investoren weitergegeben. Diese hatten ihre Käufe teils mit Krediten finanziert, die sie von der Hypo Liechtenstein erhielten. Die garantierte Rendite der Aktien war dabei deutlich höher als die Kreditzinsen. Trotz einer Rüge der Finanzmarktaufsicht wurde das Prozedere 2006 wiederholt. Auch dieser Fall wird von der Staatsanwaltschaft untersucht.














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