Kärntner Industrie rechnet mit "deutlicher Abkühlung"
Die Kärntner Industriebetriebe rechnen im ersten Quartal 2012 mit einer "deutlichen Abkühlung" der Konjunktur. Der Präsident glaubt aber, dass die Ist-Zahlen letztlich besser ausfallen könnten als die Prognose.

Foto © TraussnigDr. Claudia Mischensky und IV-Präsident Otmar Petschnig
Zwar würden die Hälfte der Unternehmen derzeit steigende Auftragsbestände melden, aus der Vorschau der quartalsmäßigen Umfrage der Kärntner Industriellenvereinigung (IV) sei jedoch "große Skepsis" herauszulesen", sagte IV-Präsident Otmar Petschnig am Freitag bei einer Pressekonferenz in Klagenfurt.
Die "enorme Verunsicherung" der Betriebe sei auf die aktuellen Debatten über die Schuldenkrise und die Schuldenbremse sowie die Verhandlungen der Bundesregierung über Einsparmaßnahmen zurückzuführen. "Alle sind gespannt, was uns Ende Februar präsentiert wird", erklärte Petschnig.
Der Präsident glaubt aber, dass die Ist-Zahlen letztlich besser ausfallen könnten als die Prognose. Das sei schon im vierten Quartal 2011 eingetreten. "Die Zahlen sind besser, als noch im dritten Quartal von den Betrieben angenommen", so Petschnig.
Im vierten Quartal 2011 meldeten 50 Prozent der Befragten Industriebetriebe steigende Aufträge, zwölf Prozent mussten einen Rückgang hinnehmen. Die Geschäftslage ist derzeit für 39 Prozent steigend, in sechs Monaten wird sie nur mehr für elf Prozent steigend und für 78 Prozent gleichbleibend sein. Die Ertragslage bezeichneten 33 Prozent als steigend und 35 Prozent als gleichbleibend. In einem halben Jahr werden laut Selbsteinschätzung die Erträge nur mehr bei 18 Prozent der Unternehmen steigen. 71 Prozent rechnen mit Stagnation, zwölf Prozent gar mit einem Rückgang.
Die Auftragslage für das nächste Quartal sei noch durchaus "zufriedenstellend", die Produktionstätigkeit werde aber leicht zurückgehen. "Wir reden aber nicht von Stagnation oder gar Rezession", sagte Petschnig. Positiv bezeichnete er die Tendenz von jungen Leuten, sich einen Job in der Industrie zu suchen. Laut einem eigens von der IV entwickelten "Lehrlingsbarometer" kommen auf einen ausgeschriebenen Lehrplatz 8,6 Bewerber. Dadurch habe die Industrie den Vorteil, fast immer einen geeigneten Kandidaten zu finden, so Petschnig.
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