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Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 19:03 UhrKommentare

Roche: Zwölf Millionen für Steirer

Der Österreicher Severin Schwan führt den Pharmariesen Roche zum Milliardengewinn. Die Steiermark erhält weiter Zulieferaufträge. Dennoch werdem am Standort Graz 2014 die Pforten geschlossen.

Severin Schwan

Foto © ReutersSeverin Schwan

Severin Schwan erzählt leise und klar. "2011 war ein gutes Jahr", sagt er. Was so harmlos klingt, liest sich in der Bilanz anders: 42,5 Milliarden Schweizer Franken Umsatz (rund 35,3 Milliarden Euro), 7,9 Milliarden Euro Gewinn (sieben Prozent mehr als im Vorjahr). Wir sind also bei keinem Kaffeekränzchen, sondern bei der Bilanzkonferenz des Pharmariesen Roche.

Für den Roche-Standort Graz hat sich trotz der guten Zahlen keine Veränderung ergeben: 2014 wird die Schweizer Firma ihre Pforten schließen. Was in der Steiermark bleiben soll, ist Wertschöpfung. Ab Mitte 2014 in der Höhe von zwölf Millionen Euro jährlich für verschiedene Roche-Zulieferer. Darunter: Seidel Elektronik, M+R, VTU Engineering, Vescon Systemtechnik, Kozar Präzisionstechnik, Prototypen Meister. Verschiedene Wissenschaftskooperationen (Med- Uni Graz etc.) werden fortgeführt.

Zielgerichtete Medizin

Als Severin Schwan 2008 den Konzern als CEO übernahm wusste er: Auch bei Roche laufen in den nächsten Jahren wichtige Patente aus. Konkurrenten aus aller Welt warten auf ihre Chance die Hightech-Präparate nachzubauen und günstiger anzubieten. Und noch eine Front ist offen, auch im Jahr 2011 wurde spürbar, dass dem Geschäft in Europa die Luft ausgeht. Russland, Brasilien und China sind die Hoffnungsmärkte, die Geld bringen. Dass Roche so gute Zahlen vorweisen kann, ist nicht nur auf das Kostensparprogramm zurückzuführen: Parallel zu den Medikamenten werden Diagnostikverfahren (Molekular-, Gewebetests) entwickelt, mit deren Hilfe man nachweisen kann, bei wem sie wirken. So versucht man die immer sparsameren Krankenkassen von den "zielgerichteten" Medikamenten zu überzeugen.

Dem Krebsmittel Avastin wurde zwar in den USA die Zulassung entzogen (in Europa nicht), dafür gibt es mehrere neue Präparate gegen Krebs (Haut, Brust etc.) in der Pipeline. Geplant: Die Übernahme des Gen-Diagnostik-Spezialisten Illumina.

DIDI HUBMANN, BASEL

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