Neues Protestschreiben der Pfarrer-Initiative
Nach ihrem "Aufruf zum Ungehorsam" hat die Pfarrer-Initiative ein weiteres Postulat auf ihrer Website veröffentlicht. Der "Protest für eine glaubwürdige Kirche" wendet sich u.a. gegen die geplante Zusammenlegung bzw. Auflösung von Pfarren. Die Geistlichen wollen damit dem "Aushungern der Gemeinden und der Seelsorge unter dem Druck des Priestermangels" ein Nein entgegensetzen, heißt es.
Fünfmal sagen die Pfarrer "Nein". So mache sie die Übernahme weiterer Pfarren zu "reisenden Zelebranten und Sakramentenspendern, denen die eigentliche Seelsorge entgleitet". Auch gegen die Abhaltung von mehr Eucharistiefeiern am Wochenende wehren sich die Pfarrer, "weil so die vielen Dienste und Predigten zu oberflächlichem Ritual und allzu routinierter Rede werden". Bei der Zusammenlegung bzw. Auflösung der Pfarren werde wiederum "der Mangel zum Gesetzgeber erhoben, statt dem Mangel durch die Änderung unbiblischer Kirchengesetze abzuhelfen".
Die Initiative klagt auch abermals über die "Überforderung der Pfarrer", die man in einen "mehrfachen Pflichterfüllungsstress" dränge. Zeit und Kraft für ein geistliches Leben würden wegadministriert und Dienste weit über das Pensionsalter hinaus beansprucht. Schließlich gibt es auch das bekannte "Nein" zu einem allzu "harten" und "unbarmherzigen Urteil" der Kirche über wiederverheiratete Geschiedene, gleichgeschlechtlich Liebende sowie Priester, die am Zölibat scheitern und deshalb eine Beziehung eingingen, sowie "über die Vielen, die ihrem Gewissen mehr gehorchen als einem von Menschen gemachten Gesetz".
Kardinal Schönborn kann dem neuen Protestschreiben indes sogar Positives abgewinnen. Dieses könne "in seiner Konzentration auf die Arbeitsbedingungen der Pfarrer der Versachlichung der Auseinandersetzung dienen", sagte er am Freitag gegenüber der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress". Und weiter: "Auch wenn wir uns nach wie vor in den Lösungsansätzen unterscheiden, sehe ich eine konstruktive Gesprächsbasis."













