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Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Iran Nächster Artikel Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff
Zuletzt aktualisiert: 20.02.2012 um 18:57 UhrKommentare

Militärübungen im Iran und Israel: Alles nur Routine?

Irans Armee hält Luftabwehrübungen ab, Israel verpasst Tel Aviv ein Raketenabwehrsystem - alles reine Routine oder doch Vorbereitungen auf den israelischen Erstschlag? Doch ist Israels Armee solch einem Vorhaben gewachsen? Nicht wenige Experten zweifeln mittlerweile daran.

Auch in Israel finden derzeit permanent "Routineübungen" statt

Foto © APAAuch in Israel finden derzeit permanent "Routineübungen" statt

Während des Besuch einer Delegation von Atominspektoren in Teheran hat der Iran mit Luftabwehrübungen begonnen. Das viertägige Manöver diene der Stärkung der Luftabwehr des Landes insbesondere zum Schutz der Atomanlagen, erklärte am Montag die Luftwaffenbasis Katem-ol-Anbia nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA. Von der Basis werden die Luftabwehr und das Raketenprogramm des Landes koordiniert.

IAEA-Inspektoren im Iran

Am Montag traf in Teheran eine Delegation der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ein, um offene Fragen zur möglichen militärischen Dimension des Atomprogramms zu klären. Experten Unklar war am Montag weiterhin, ob das IAEO-Team unter Leitung von Chefinspektor Herman Nackaerts iranische Nukleareinrichtungen besuchen darf. Es ist das zweite Mal binnen eines Monats, dass IAEO-Fachleute in den Iran reisten. Nach Angaben informierter Kreise will der Iran Informationen über seine jüngsten Nuklearprojekte vorlegen.

Die israelische Armee will in dieser Woche im Großraum Tel Aviv ein Raketenabwehrsystem aufstellen und prüfen. Eine Militärsprecherin in Jerusalem teilte am Montag mit, es handle sich um eine jährliche "Routineübung". Das System "Eisenkuppel" solle nur für einige Tage stationiert bleiben. Bisher wurde es vor allem im Umland des palästinensischen Gazastreifens eingesetzt, als Warnsystem gegen den fortwährenden Raketenbeschuss durch militante Palästinenser.

Tel Aviv gilt als Hauptziel

Vor dem Hintergrund des Atomstreits mit dem Iran und Spekulationen über einen möglichen Angriff Israels sorgte die geplante Übung im Großraum Tel Aviv für Aufmerksamkeit. Tel Aviv gilt als Hauptziel möglicher Raketenangriffe bei einem neuen Nahost-Krieg. Der israelische Militärgeheimdienstchef Generalmajor Aviv Kochavi hatte zuletzt gesagt, etwa 200.000 Raketen könnten aus feindlichen Ländern auf Israel abgefeuert werden. "Wir haben es mit einem feindseligeren, islamistischeren, empfindlicheren Nahen Osten zu tun", sagte er. Man müsse sich auf "permanente Instabilität" einstellen. Die Armeesprecherin sagte, sie könnte sich zu den Vorwarnzeiten des Raketenabwehrsystems nicht äußern. In der Grenzstadt Sderot haben die Einwohner nach Beginn des Luftalarms nur gut 15 Sekunden Zeit, Schutzräume aufzusuchen. Je weiter die Entfernung ist, aus der die Raketen abgefeuert werden, desto länger ist für gewöhnlich die Warnzeit.

Ein Angriff auf iranische Atomanlagen würde die israelische Luftwaffe nach Einschätzung von Militärexperten auf eine sehr harte Probe stellen. Die Piloten müssten mehr als 1600 Kilometer über feindliches Gebiet fliegen, unterwegs in der Luft auftanken, die iranische Luftabwehr überwinden und mehrere unterirdische Nuklearanlagen gleichzeitig angreifen, schreibt die "New York Times" am Sonntag (Ortszeit) in ihrer Online-Ausgabe. Israel müsste nach Einschätzung von US-Sicherheitsexperten mindestens 100 Flugzeuge einsetzen. Damit würde sich ein möglicher Angriff deutlich von den gezielten Luftschlägen gegen den mutmaßlichen Reaktor in Syrien im Jahre 2007 sowie den irakischen Atomreaktor Osirak im Jahre 1981 unterscheiden, heißt es.

Nach Informationen der "New York Times" sind sich einige US-Experten gar nicht sicher, ob Israel überhaupt die militärische Fähigkeit besitzt, einen solchen Angriff auszuführen. Es sei auch unklar, ob die "bunkerbrechenden" US-Bomben, über die Israel verfügt, stark genug seien, um in die tiefsten unterirdischen Schutzanlagen des Iran vorzudringen. Man habe zudem die Sorge, die USA könnten im Fall eines fehlgeschlagenen israelischen Luftangriffs in den Konflikt hereingezogen werden. Selbst mit dem erheblich größeren Arsenal der USA könnte es jedoch nach Einschätzung der Experten viele Wochen dauern, die nuklearen Anlagen Teherans zu zerstören. Eine große Sorge sei auch ein möglicher iranischer Vergeltungsschlag.


Fakten

Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Teheran weist dies zurück. Insbesondere Israel empfindet das Programm als Bedrohung und schließt einen Militärangriff auf die Atomanlagen nicht aus.

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