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Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Iran Nächster Artikel Einigung auf Untersuchung von Irans Atomprogramm Israels Sicherheitskabinett mehrheitlich für Iran-Angriff
Zuletzt aktualisiert: 27.07.2009 um 15:00 UhrKommentare

"Alles ist möglich": Plant Israel Angriff auf Iran?

Säbelrasseln in Nahost: In der Debatte um befürchtete nukleare Ambitionen des Iran gab sich der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak kämpferisch.

Israelische Kampfjets im Einsatz: Was steckt hinter den Drohungen?

Foto © APAIsraelische Kampfjets im Einsatz: Was steckt hinter den Drohungen?

Bei den Bemühungen, das feindliche Land an einer möglichen atomaren Aufrüstung zu hindern, seien weiterhin "alle Optionen auf dem Tisch", betonte er beim Treffen mit seinem US-Kollegen Robert Gates. "Dies ist unsere Position. Wir meinen es ernst." Die Sorge über das Atomprogramm der Islamischen Republik stand im Zentrum von Gates' erstem Besuch in Israel seit zweieinhalb Jahren. Der US-Verteidigungsminister sagte, das Angebot der USA für einen Dialog mit dem Iran sei zeitlich begrenzt, man erwarte bis zum Herbst eine positive Antwort.

Am Samstag hatte der Kommandant der iranischen Revolutionsgarden, General Mohammed-Ali Jafari, Israel erneut vor einem Militärschlag gegen die Atomanlagen seines Landes gewarnt. Israels gesamtes Territorium liege in Reichweiter iranischer Raketen, betonte der oberste Militär. Mit einer Reichweite von mehr als 2000 Kilometern könnten die iranischen Mittelstreckenraketen jeden Teil Israels erreichen.

Israel kooperiert bisher noch mit den Versuchen der USA, eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran zu erzielen. Die israelische Führung glaubt jedoch nicht an die Erfolgsaussichten eines Dialogs mit Teheran. Der jüdische Staat fühlt sich von dem Iran existenziell bedroht und betont immer wieder, man könne eine nukleare Aufrüstung der islamischen Großmacht keinesfalls akzeptieren. Manöver der israelischen Marine im Roten Meer und im Suez-Kanal in den vergangenen Wochen waren als mögliche Vorbereitungen eines israelischen Angriffs oder als Drohgebärde gegenüber dem Iran gedeutet worden. Am Sonntag testete die Marine erfolgreich ein Raketenabwehrsystem.

Kein klarer Kurs der USA

Die USA haben sich zum Teil widersprüchlich zu einem möglichen israelischen Angriff im Iran geäußert. Vizepräsident Joe Biden hatte zu Monatsbeginn gesagt, die USA würden sich einem israelischen Militärschlag nicht in den Weg stellen. Präsident Barack Obama betonte jedoch kurz darauf, man habe Israel keineswegs "grünes Licht" für einen Angriff gegeben. Am Sonntag sagte US-Außenministerin Hillary Clinton dem US-Sender MSNBC, Israel sei ein unabhängiger Staat. "Jeder unabhängige Staat, der sich existenziell bedroht fühlt (...), wird anderen Staaten nicht zuhören, wenn sie glauben, dass sie handeln, um ihr Überleben zu sichern."

Israelische Experten halten die militärische Option jedoch gegenwärtig weder für wahrscheinlich noch für klug. Uzi Eilam vom israelischen Institut für Strategische Studien (INSS) in Tel Aviv sagte am Sonntag: "Ich glaube, dass ein solches Vorgehen falsch wäre und nicht die erwünschten Ergebnisse bringen würde." Die iranischen Atomanlagen seien weit verstreut und zumeist unterirdisch gelegen, erklärte er. Selbst eine militärische Großmacht wie die USA müssten über Wochen oder Monate hart zuschlagen, um sie zu zerstören. Doch auch dann wäre die Aussicht auf Erfolg ungewiss. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand genau weiß, wo alle Anlagen versteckt sind."

Die Situation im Iran sei deshalb auch keinesfalls vergleichbar mit den israelischen Angriffen auf den irakischen Atomreaktor im Jahre 1981 oder den angeblichen syrischen Kernreaktor im September 2007. Neben den schlechten Erfolgsaussichten sei auch die Gefahr einer harten iranischen Gegenreaktion sehr groß, sagte Eilam. "Es macht einfach keinen Sinn, dass ein so kleines Land wie Israel dies allein auf sich nimmt."


Fakten

Gates war am Morgen in Israel eingetroffen. Bei seinem eintägigen Besuch sollte er auch Regierungschef Benjamin Netanyahu treffen. Bei den Gesprächen sollte es nach Angaben aus Washington um eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche mit den Palästinensern gehen.

Foto

Foto © Reuters

Gates und Barak in JerusalemFoto © Reuters

Grafik

Zeittafel: Die bewegte Geschichte des Iran.

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