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Zuletzt aktualisiert: 08.01.2012 um 15:07 UhrKommentare

Die Ballsaison läuft auf Hochtouren

Die Hochsaison für Ballbegeisterte startet wieder. Wir haben passende Stylings und die Tipps zum Selbermachen.

Styling zum Ball

Foto © Marija Kanizaj Styling zum Ball

Aufgebrezelte Damen, Frack tragende Herren - im Jänner beginnt die Jahreszeit der Ballgänger. Alles, was davor ist, gehört quasi zur Aufwärmrunde. Denn mit der Opernredoute, dem Bauernbund-, Multikulti- und Tuntenball stehen in den nächsten Wochen die Traditionsveranstaltungen auf dem Programm. Heuer neu: der Worst of the 90s-Ball für Retrofans. Damit Sie auf mehreren Bällen tanzen können und dabei gut aussehen, haben sich die G7-Damen selbstlos unter die Fittiche von Grazer Stylisten gegeben. Wir liefern Ihnen die passenden Frisuren und Schminkkniffe für einen durch und durch schönen Abend.

Das Ball-Geschäft

Doch nicht nur die Grazer Friseurbetriebe naschen am Ballgeschäft mit, auch Taxis und Modeboutiquen verdienen an den Prestigeabenden. Rene Schuiki, Funkleiter beim Taxiunternehmen 878, spürt eine Ballnacht in Graz genauso wie Mirjam Marx, Angestellte beim Kleiderladen S'finks. Beide erzählen, sie hätten mehr Kunden, stünde ein Ball vor der Tür. Und auch Bernd Pürcher, neben Michael Tomec Organisator der Opernredoute, kann der Krise trotzen. Jahr für Jahr pilgern 2500 Gäste in ein ausverkauftes Opernhaus. "Das liegt daran, dass wir eine Welt bieten, die es sonst nicht gibt," sagt Pürcher, für dessen Ball es zwar noch Karten, aber keine Tische oder Logen mehr gibt.

WORST OF THE 90S

Mehr Pep mit Krepp

Ich selbst war in den Neunzigern ja ein Grunge-Girl, doch mit so einem Anti-Styling kann man wohl kaum bei "Worst of the 90s" zu Culture Beat und Aqua abtanzen. Ganz im Gegenteil: Nachdem ich Birgit Spielbichler von Hairhunter die Lizenz zum Extrem-Styling erteilt habe, kann es losgehen: Die Haare werden abgeteilt, seitlich werden je vier dünne Zöpfe eingeflochten. Dann kommt das Kreppeisen: "Gekreppte Haare waren das Styling der Neunziger schlechthin", erinnert sich Birgit. Sind die Haare fertig "getoastet", wird es wild: Sie werden antoupiert und in geordnetem Chaos am Kopf festgesteckt.

Zu so einer Frisur braucht es auch ein wenig mehr Farbe im Gesicht: Nach der Grundierung werden die Augenbrauen nachgezogen, die Augen mit kräftigem Pink (am beweglichen Lid), Lila (darüber), Highlighter, Mascara und dickem Eyeliner-Strich geschminkt. Dazu passend der knallpinke Lippenstift (Kontur nicht vergessen!) auf dem Mund. "Mr. Vain" und "Barbie Girl", ich komme!

OPERNREDOUTE

Wie selbst gemacht

Schlicht und klassisch soll es auf die Opernredoute gehen. Visagist und Hairstylist Gernot Hörtner geht frisch und munter an den Schminkpinsel. Los geht's mit der Grundierung, die im ganzen Gesicht aufgetragen wird. Das Credo: Weniger ist mehr. Wichtig: Die Farbe zuvor im Halsbereich ausprobieren, sie sollte natürlich aussehen. Danach kommen die Augen dran. Dunkler Lidschatten wird am Lidkranz verteilt und leicht verwischt, die Wimpern getuscht. Tipp vom Profi: Wimpern tuschen, Zähne putzen und danach noch einmal drübergehen. Zum Schluss kommt noch Highlighter unter die Augen, auf die Wangen Rouge, Lipgloss auf die Lippen und fertig. Für die Haare ist Hairstylist Jochen Doppelhofer zuständig. Er wählt die schlichte Variante, die auch gern etwas selbst gemacht aussehen darf. Die Haare werden am ganzen Kopf toupiert. Von der Seite über den Nackenbereich wird ein Zopf geflochten, das Ende festgesteckt. Das übrige Haar wird mit einem Glätteisen zur Farrah-Fawcett-Welle gedreht. Knifflig!

BAUERNBUNDBALL

Frisch, saftig, steirisch, romantisch

A zünftige Frisur und a gstandene Schminke muss her! Auf Deutsch: Für den Bauernbundball pflanzt mir Stylist Matthias Copony einen natürlichen (echte Blumen!) Kopfschmuck ins plötzlich lockige Haar. Und Visagistin Karin Pfeifer schwingt etwa dreimal Pinsel und Puder, um meinem Gesicht farblichen Glanz zu verleihen. Die Verwandlung in ein - auch äußerlich - steirisches Madl zum Nachmachen:

Die Haare werden zuerst geteilt, am besten in ganz dünne Strähnen. Die werden wiederum um ein Glätteisen gewickelt, sodass Locken entstehen. Die Volumenpracht mit einer Natur-Spange am Hinterkopf befestigen, seitlich zusätzlich aus einer Strähne einen lockeren Zopf flechten.

Auch schminktechnisch setzt das "der pfeifer"-Team auf Bodenständigkeit. Auf die Haut kommt Feuchtigkeitscreme, Make-up, Puder als Grundierung. Rosa Lidschatten, "damit's romantisch wird," sagt Pfeifer, "und rosa Rouge für frische, saftige, steirische Wangerln." Tipp für den lang anhaltenden Knutschmund: Mit einem Konturenstift die Lippen ausmalen, darauf kommt erst der Lippenstift. Und jetzt schunkeln.

TUNTENBALL

Streng gewickelt nach Oma

Dezent? Verboten! "Für den Tuntenball kann es nicht bunt genug sein", sagt Stylistin und Make-up-Artistin Bernadette Hochegger bei "Art & Fashion". Danke für die Vorwarnung! Das Haarstyling sieht kompliziert aus, ist aber ganz simpel: waschen, bürsten und massig Schaumfestiger ins Haar kneten. Seitenscheitel ziehen und die schmalere Seite am Hinterkopf festnadeln. Dann rund 30 Lockenwickler - "am besten die kleinen, Marke Oma", fest ins Haar wickeln, fixieren und für 20 Minuten ab unter die Trockenhaube.

Der Rest ist Anti-Oma-Styling. Grundierung auftragen, darüber kommt loses Puder. Falsche Wimpern werden mit Kleber am oberen Augenlid fixiert. Das rote Rouge ist kräftig, wird breit und "ein wenig schlampig" aufgetragen. Lidschatten: Zuerst Silber vom Lid bis zu den Augenbrauen aufgemalt, mit Pink (mit inkludierten Pailletten) an den äußeren Rändern ergänzen. Die Augenbrauen werden mit Kajal betont. Die Lippen sind ein wenig knifflig: Mit Konturenstift die Lippen stark vergrößern (Tipp: Herzform) und mit Gloss ausmalen. Zuletzt: Schönheitsmal. Dann: Wickler ausdrehen, ein wenig entlocken, vorne mit den Fingern zum Irokesen formen und mit Haarspray (viel!) fixieren. Die glatte Seite bekommt eine Extraportion Gel. Fazit: Ein bisserl wie die frühe Madonna, schön fremd, aber super.

MULTIKULTIBALL

Höchste Haarkunst

Multikulti. Das ist ein bisschen Geisha, ein bisschen Afrika, ein bisschen barocker Schick. "Multikulti ist bunt, von allem etwas", so Andrea Haubenwaller von Intercoiffeur Mayer. "Hätte ich gedurft, wäre auch die Haarfarbe ein bisschen lila geworden." Durfte sie nicht. Vielseitig war sie dennoch. Hat geglättet, gekreppt, gezwirbelt und gesteckt. Fazit: zwei Steckkissen, 74 Haarklammern und Unmengen Haarspray. Zum Selbermachen zwar nix, von den Frisiermethoden kann man sich aber was abschauen.

Und das Augen-Make-up ist dann doch etwas für alle. Lidstrich mit schwarzem Kajal am unteren und oberen Wimpernkranz, Nassbereich mit weißem Kajal betonen. Den hinteren Teil des beweglichen Lids mit dunkelblauem Lidschatten grundieren und zum äußeren Rand der Augenbraue ziehen. Hellblau- und Hellgrau-Töne unter der Augenbraue und im vorderen Teil des beweglichen Lids verteilen. Keine kantigen Übergänge! Zum Schluss den Lidstrich nachziehen. Falsche Wimpern und Strasssteinchen im Augenwinkel sind optischer Blickfang. Wie das Kleid aussieht, ist bei so einem Styling nur mehr Nebensache.

SABRINA LUTTENBERGER

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