Die Zukunft war auch schon einmal besser
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Gibt es noch musikalische Revolutionen? Pop von heute orientiert sich an Soul aus den 60ern oder gar New Age aus den 80ern. Unzählige längst aufgelöste Bands aller Richtungen steigen wie Zombies aus ihren Gräbern. Die Clubbingschienen haben bereits beinahe jedes Jahrzehnt abgegrast - in Graz ist man mittlerweile in den 20er-Jahren angekommen: "Chic Noir" startet am 29. Oktober im p.p.c., "The Roaring 20s" am 11. November in der Postgarage.
Nihil novi in der Popkultur, das stellt auch der britische Popjournalist Simon Reynolds in seinem Buch "Retromania" fest, wobei ihn vor allem die immer kürzer werdende Halbwertszeit der Retroschleifen beunruhigt. Via Skype war Reynolds Gast einer Diskussion zur Zukunft der elektronischen Musik, über die er bestimmt interessante Dinge gewusst hätte - nur leider blieb er beinahe unverstanden: schlechte Leitung.
So blieb es an den anderen Gästen, den Musikern Raz Mesinai, Maria Minerva (heute live, siehe unten), Hype Williams und dem Medienforscher Konrad Becker, zu erklären, wie es gerade in der Elektronik weitergehen kann - schließlich das von Haus aus am meisten vorwärtsgewandte Genre. Fazit? Noch nie waren die Zugänge zu Produktion so offen, und dennoch passiert abgesehen von wenigen neuen Sternschnuppen-Genres wie Dubstep kaum Neues. Aber, so Becker: "Die Zukunft ist total überschätzt."
Spezialtipp für Dienstag. "Tripledecker". Maria Minerva, Nite Jewel u. a. 21 Uhr. Forum Stadtpark












