Knopf an Körper
Das reglerschiebende Elektronik-Wunderkind Kieran Hebden bringt eine neue Platte seines Lieblingsbabys Four Tet. Und, als ob es anders sein könnte, ist auch diese ein Meisterwerk.

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Streng genommen ist jede Platte von Kieran Hebden ein Debüt. Egal ob mit seiner Post-Rock Band Fridge, den Experimenten mit Jazz-Drummer-Legende Steve Reid unter seinem wirklichen Namen oder eben Four Tet - der mutlitalentierte Brite wechselt vor allem mit letzterem Projekt ständig die Richtung. So wurde mit "Rounds" mal eben der "Folktronica" erfunden und danach mit "Everything ecstatic" gleich genüßlich wieder in Drum- und Feedback-Orgien zerlegt. Fünf Jahre ist das jetzt her. Mit dem neuen Werk "There is love in you" geht es diesmal mehr in Richtung Dancefloor, wenngleich sich das bei Four Tet selbstverständlich so wenig festnageln lässt wie ein Pudding an die Wand.
Die Konstante als Kunst
Zumindest die erste Single "Love Cry“, ein neuminütiger IDM-Beat zum Mitdenken, lässt vermuten, dass sich Hebden nach Jahren als DJ in den Clubs dieser Welt hat hinreißen lassen, den Kopf einmal auszuschalten. Musik für die Beine zu machen. Doch weit gefehlt. Zwar gehen neben "Love Cry“ auch "Sing“ und bedingt auch "Plastic People“ als geradlinige Mitwipper durch, doch selbst hier geht Hebden mit Köpfchen an die Knöpfchen: Jeder verzerrte Klang erzeugt eine ganz bestimmte Amtosphäre, die nur in diesem Moment, an dieser Stelle möglich ist. Alles hat seinen Platz.
Das eben ist Four Tet-Kunst wie eh und je. Sound-Gemälde, die humaner klingen, als manche Orchester und leidklagende Gitarren-Schrammler. Elektronik mit Verstand und Herz. Bei allen stilistischen Debüts ist das Gefühl auch diesmal die Konstante.
8.8 / 10
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Four Tet: There is Love in you: Domino; CD, Vinyl, Download.Foto © kk













