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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2010 um 20:29 UhrKommentare

"Sonst holen die Taliban unsere Kinder"

In Pakistan läuft ein Wettlauf gegen die Zeit: Neben der Angst vor einer Choleraepidemie wächst auch die Furcht vor den Taliban. Unser Reporter berichtet vor Ort von der Lage.

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In Islamabad sind keine Flutopfer. Sie befinden sich mindestens 150 Kilometer außerhalb der Hauptstadt, die von der Naturkatastrophe unversehrt geblieben ist, in einem der zahlreichen Camps. In Islamabad laufen die Drähte der nationalen und internationalen Helfer zusammen. Schon eine Stunde nach der Landung einer kleinen Delegation des Hilfswerk Austria International in Islamabad sitzt dessen Geschäftsführerin Heidi Burkhart im Büro von Zaheer Ahmad, um eine Lieferung für den nächsten Tag zu besprechen. Ahmad ist Präsident der Shifa Foundation, die sich Gesundheits- und Bildungsprojekten annimmt und mit der das Hilfswerk eng zusammenarbeitet. "Experten, die sich vor Ort auskennen, koordinieren", erklärt Burkhart.

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Antenne Monika Kalcsics (Caritas) war 10 Tage lang in Pakistan

Als Soforthilfe vereinbaren Burkhart und Ahmad, dass heute 2000 Boxen mit Lebensmitteln und Wasser in ein Camp in der Nähe von Multan im südlichen Punjab gebracht werden. "500 Familien kann damit geholfen werden", sagt Ahmad. Das Hilfswerk übernimmt die Kosten, die Shifa Foundation und die pakistanische Armee den Transport. Warum die Armee? "Das Gebiet ist nicht ganz sicher", kommt als Antwort. Taliban sorgen dort für Unruhen. Burkhart wird den Transport trotzdem begleiten.

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Antenne Kalcsics: "Menschen sind verzweifelt"

Ashraf Raja scheint deswegen nicht sehr besorgt. "Die Taliban sind unter Kontrolle", meint er. Der Major war bis vor zwei Jahren Offizier der Armee, arbeitet nun als Sicherheitsbeauftragter und empfing den Trupp des Hilfswerks mit drei weiteren Bewachern. "Nicht alle Hilfsorganisationen werden begleitet, aber so ist es komfortabler."

Taliban

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Antenne "Was getan werden muss"

Die Gewaltandrohung der Taliban gegen die Helfer wird aber weiterhin ernst genommen, bestätigt ein Tiroler: Bernd Noggler befindet sich zurzeit in einem Team der EU-Kommission mit dem Aufgabengebiet Zivilschutz in Islamabad. Zwar gebe es im Augenblick keine unmittelbare Bedrohung, wohl aber Verhaltensregeln für die Einsatzkräfte: So sollen sie sich nicht durch Logos auf Kleidung und Fahrzeugen zu erkennen geben, um nicht zum leichten Ziel für Terroristen zu werden.

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Antenne "Mein schwierigster Einsatz"

Beobachter fürchten, dass die Gewalt mit dem Ende des Fastenmonats Ramadan am 9. September zunehmen könnte. Den Hilfsorganisationen wird deshalb geraten, Einheimische auszubilden und die eigenen Teams zu verkleinern. Im Norden Pakistans haben wegen der Konfrontation von Armee und Taliban "ausländische Helfer nichts zu suchen", warnt Noggler. "Hier muss man auf die Pakistanis vertrauen."

Längst geht es in Pakistan um einen Wettlauf der Helfer gegen die Zeit. Nicht nur, dass die Millionen Betroffenen diese Hilfe dringend benötigen, da mit jedem Tag eine Epidemie von Durchfallerkrankungen und Cholera droht und dann Hunderttausende sterben könnten. Ein Problem der internationalen Staatengemeinschaft ist nach wie vor, dass Spenden spärlich fließen und dies den Taliban nützt.

"Wenn wir nicht helfen", sagt Burkhart, "kommen die Taliban und sammeln die Kinder ein."

HANNES GAISCH

KLEINE.tv

Pakistan: Ausschnitt aus Katastrophe

Der Kleine-Zeitung Redakteur Hannes Gaisch lieferte uns Bilder aus Pakis...Noch nicht bewertet

 

Fotoserien

Pakistan: Impressionen einer Katastrophe 

Pakistan: Impressionen einer Katastrophe

 

Spendenkonten

Caritas: PSK 7.700.004, BLZ 60.000

Ärzte ohne Grenzen:PSK 930 40 950, BLZ: 60 000

Rotkreuz: PSK 2,345.000, BLZ 60.000

Volkshilfe: PSK 1.740.400, BLZ 60.000

Diakonie: PSK 23.13.300, BLZ 60.000

UNICEF: PSK 1.516.500, BLZ 60.000

 




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