Ölpest auf Sardinien: Traumstrände verseucht
Etwa 18.000 Liter Öl sind in Italien aus der defekten Leitung eines Tankers in die Gewässer von Porto Torres an der nördlichen Küste Sardiniens geflossen. Der Vorfall ereignete sich vor einigen Tagen unweit eines Stromkraftwerks des deutschen Energiekonzerns Eon im Hafen von Porto Torres, das mit Öl betrieben wird. Wegen der Meeresströmung wurden mehrere Kilometer Strände verpestet.
Massen an toten Fischen und Vögeln mit ölverschmiertem Gefieder wurden eingesammelt. Das Öl beschmutzte die weißen Sandstrände zwischen Santa Teresa di Gallura und Aglientu an der Costa Smeralda, die wegen ihrer kristallklaren Gewässer als "Karibik Europas" bekannt sind. Umweltaktivisten und 130 Eon-Experten verhinderten, dass das Öl die Insel Asinara erreichte, wo sich ein bekanntes Walschutzgebiet befindet.
"Wir fragen uns, wie viele Meerestiere in einem Raum gestorben sind, der für die Wale lebenswichtig ist", sagte Ilaria Ferri, wissenschaftliche Direktorin des Tierschutzverbands ENPA. Die Staatsanwaltschaft der sardischen Stadt Sassari leitete eine Untersuchung ein, um gegen die Verantwortlichen der Umweltkatastrophe vorzugehen.
Auch die Bürgermeister der betroffenen Region sind aufgebracht: "Wir befürchten negative Auswirkungen für den Tourismus. Unsere Gemeinden geben viel Geld aus, um unsere Gegend in Italien und im Ausland touristisch zu vermarkten. Unsere Bemühungen werden von Vorfällen dieser Art zunichte gemacht", betonte Antonio Diana, Bürgermeister der Ortschaft Stintino.
Der deutsche Eon-Konzern versicherte, dass er für die Kosten der Säuberungsarbeiten aufkommen werde. Die betroffenen Gemeinden wollen von dem Energieunternehmen eine hohe Entschädigung für die Umweltschäden verlangen.











