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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 18:38 UhrKommentare

Schwere Vorwürfe gegen Wiener AKH

Foto © APA

In dem Fall einer schwangeren Patientin, die in Wien in Spitälern abgewiesen worden war und schließlich ihr Kind verlor, spricht laut einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" die Leiterin der Magistratsabteilung 40 (Sozial- und Gesundheitsrecht) von gravierenden Fehlern im Wiener AKH. Diese beträfen vor allem die Kommunikation mit der Hilfesuchenden.

Die Frau war wegen Blutungen in der Frühschwangerschaft zunächst in das Krankenhaus "Göttlicher Heiland" in Wien-Hernals gekommen, dort untersucht worden und für den nächsten Tag zu einer Kontrolle eingeladen worden. Die Frau kam nicht zurück. Die Schwangere ging stattdessen ins AKH, wurde dort an der Universitäts-Frauenklinik nicht aufgenommen und kam schließlich in die Wiener Rudolfstiftung. Sie verlor ihr Kind.

Die MA40 untersucht die Angelegenheit. Deren Leiterin, Renate Christ, gab der Wiener Tageszeitung ein Interview. Darin stellt sie unter anderem fest: "Es ist im AKH eindeutig zu einem Fehler der Ärztin, die das Gespräch mit der Patientin geführt hat, gekommen. Die Patientin hätte ohne Untersuchung nicht abgewiesen werden dürfen. Die Ärztin hätte zwei Möglichkeiten gehabt, richtig zu handeln, nachdem die Schwangere ihre Blutungen erwähnt hatte: Entweder hätte sie die Patientin selbst untersuchen müssen oder sie hätte sich die Untersuchungsergebnisse vom 'Göttlichen Heiland' faxen lassen müssen. Beides ist unterblieben und die Patientin wurde ohne Abklärung ihrer Probleme abgewiesen. Diese Abfertigung im AKH war nicht in Ordnung."

Dies - so Renate Christ - würde zu disziplinarrechtlichen Schritten führen. Man verlange vom AKH eine "formalisierte Check-Liste für Arzt-Patienten-Gespräche". Es sei auch zu in der Dokumentation zu "gravierenden Fehlern" gekommen, so der "Kurier". Gerade an der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien am AKH wird seit Jahren das Qualitätsmanagement mit Check-Listen und Leitlinien propagiert. Experten dieser Klinik traten damit auch regelmäßig als Proponenten solcher Aktivitäten auf. Der Chef des Wiener AKH, Reinhard Krepler, hat sich gegenüber der betroffenen Frau entschuldigt und vor rund einer Woche von einer "Fehleinschätzung" gesprochen.

Quelle: APA

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