Costa Concordia: Zeugin gab Beziehung mit Kapitän zu
Jene Frau, die als Zeugin den Kapitän der Costa Concordia verteidigt hatte, musste nun zugeben, dass sie mit dem Mann eine Beziehung hat. Sie gab an, dass sie während des Unglücks auf der Brücke war.

Foto © APDomnica Tschemortan war auf der Brücke der Costa Concordia, als der Unfall geschah
Knalleffekt in den Ermittlungen um das Kreuzfahrtunglück vom 13. Jänner vor der toskanischen Insel Giglio: Die junge Frau aus Moldawien, die Francesco Schettino entlasten wollte, gab nun bei Einvernahmen zu, dass sie mit dem Kapitän ein Verhältnis hatte. Sie sei mit Schettino zusammen gewesen, als das Kreuzfahrtschiff einen Felsen rammte. Sie sei auch auf der Kommandobrücke des Schiffes gewesen. "Ich bin in Schettino verliebt", betonte sie. Sie sei sein Gast an Bord gewesen.
"Ich liebe Schettino, es ist unfair, ihn zu zerstören. Alle sind gegen ihn", wird die 25-jährige Domnica Tschemortan von der Turiner Tageszeitung "La Stampa" zitiert. Er habe mit seinem Verhalten mehrere Menschenleben gerettet.
Die Kreuzfahrtgesellschaft "Costa Crociere" versicherte, dass die Frau keine blinde Passagierin an Bord gewesen, sondern auf der Passagierliste gestanden sei. Tschemortan berichtete, dass sich alle Besatzungsmitglieder an Bord des havarierten Schiffes professionell verhalten hätten.
Die Frau sagt, sie habe für die Costa-Reederei auf anderen Schiffen gearbeitet und an Bord der Costa Concordia ihren 25. Geburtstag feiern wollen. Ihre Aussagen wurden vom Oberstaatsanwalt der toskanischen Stadt Grosseto, Francesco Verusio, als besonders wichtig bezeichnet.
Unterdessen hat die französische Staatsanwaltschaft nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP eigene Ermittlungen zum Kentern des italienischen Kreuzfahrtschiffes eingeleitet. Wie die Strafverfolgungsbehörde am Donnerstag mitteilte, wird sie sämtliche Überlebenden mit französischem Pass befragen lassen. Von den 4229 Passagieren kamen 462 aus Frankreich. Vier starben, zwei werden noch vermisst.
"Costa Crociere" hat inzwischen Kontakt zu zehn internationalen Gesellschaften aufgenommen, die das Wrack vollständig bergen sollen. Das sagt der Chef des italienischen Krisenstabes, Franco Gabrielli.
Die ungefähr 1000 Bewohner der Insel Giglio, vor der das Wrack liegt, wollen finanzielle Entschädigung. Sie sehen die Zukunft der Insel als Touristenziel beeinträchtigt und erwarten Einbußen bei der Fischerei. Es sind bereits Möbel aus dem Wrack geschwemmt worden, die sich in Barrieren rund um die "Costa Concordia" verfingen. Über mehrere Tage hinweg gelangten auch chemische Produkte, Spül- und Waschmittel ins Wasser.
Die "Costa Concordia" war am 13. Jänner vor der Insel Giglio vor der toskanischen Küste auf einen Felsen aufgelaufen und halb untergegangen. Bisher wurden 17 Todesopfer geborgen, 15 werden noch vermisst.











