Europäischer Drogenbericht warnt vor "Legal Highs"
Stabile Situation bei Amphetamin und Stimulanzien. Der Online-Handel mit Drogen wird immer größer - Handel mit legalen Pflanzenstoffen nimmt zu.

Foto © APOpiate, wie Heroin, sind größtes Problem in Europas Drogenpolitik.
Der Europäische Drogenbericht (Daten aus
2006) und die einzelnen Konsummuster der Benutzer illegaler Drogen:
Stimulanzien wie Amphetamine, Ecstasy und Kokain sind derzeit in
Europa nach Cannabis die am zweithäufigsten konsumierten Drogen.
12 Millionen Kokain-Konsumenten.
Etwa zwölf Millionen Europäer (15 bis 64 Jahre) haben mindestens
einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert, gegenüber etwa elf
Millionen, die Amphetamine und 9,5 Millionen, die Ecstasy benutzt
haben. Gerade bei illegalen Drogen sind die Konsummuster aber je nach
Land und Region oft sehr unterschiedlich. Etwa zwei Millionen junge
Europäer (15 bis 34 Jahre) haben im vorangegangenen Jahr Amphetamine,
etwa 2,5 Millionen haben Ecstasy probiert. Hier gibt es offenbar seit
2003 eine stabile bis fallende Tendenz. Durchschnittlich 1,3 Prozent
der jungen Erwachsenen gaben bei der Befragung 2006 an, im
vergangenen Jahr Amphetamine konsumiert zu haben. Kokain haben etwa 3,5 Millionen junge Europäer (15 bis 34 Jahre)
im vergangenen Jahr und etwa 1,5 Millionen im jeweils vorangegangenen
Monat konsumiert.
Viertel der Europäer kifft. Cannabis: Fast ein Viertel aller Europäer, d. h. etwa 71 Millionen
(15 bis 64 Jahre) haben in ihrem Leben schon Cannabis probiert, etwa
sieben Prozent (23 Millionen) haben es im vergangenen Jahr
konsumiert. Damit ist und bleibt das Hanfprodukt die in Europa am
häufigsten konsumierte illegale Droge. Schätzungen zufolge konsumieren
etwa vier Millionen Erwachsene in Europa (15 bis 64 Jahre) täglich
oder nahezu täglich Cannabis.
Boomender Online-Markt.
Die Suchtgift-"Szene" befindet sich in
den einzelnen Ländern und auch international in ständiger
Veränderung. Das gilt sowohl für die Transportwege als auch für die
verwendeten Substanzen selbst. Eine neue Entwicklung in Europa laut
dem am Donnerstag präsentierten Drogenbericht der Europäischen
Drogenbeobachtungsstelle (EBDD): ein boomender Online-Internet-Markt,
der Hunderte verschiedene Substanzen anbietet. Vermehrt kommen auch
dubiose "Legal Highs" - unterschiedlichste Kräuter und Zubereitungen
- auf den Markt, die von der Gesetzgebung (noch) nicht reguliert
sind.
Legal Highs.
Zu den wichtigsten "Innovationen" gehören: die zunehmende
Bedeutung des einheimischen Cannabisanbaus in ganz Europa, zunehmende
Berichte über die Abzweigung synthetischer Opioide und deren illegale
Produktion, ein boomender Online-Markt, der "Legal Highs" und
medizinische Produkte anbietet sowie die Auswirkungen der Produktion
synthetischer Drogen auf die Umwelt. Derzeit
werden bereits mehr als 200 psychoaktive Substanzen angeboten. Das geht aus einer
kleinen Erhebung der EBDD auf 25 derartiger Sites hervor. Viele
dieser Produkte werden als "Legal Highs" angeboten, doch in einigen
Ländern fällt ihr Inhalt unter dieselben Rechtsvorschriften wie
kontrollierte Drogen und gegebenenfalls unter Strafandrohungen.
Pilze und Partypillen.
Zu den am häufigsten als "Legal Highs" verkauften Substanzen
gehören: Salvia divinorum; Kratom (Mitragyna speciosa); Hawaiianische
Holzrose (Argyreia nervosa); halluzinogene Pilze und eine Reihe von
"Partypillen", die als Alternativen zu Ecstasy (MDMA) veräußert
werden. Häufig wird als Hauptinhaltsstoff synthetischer "Partypillen"
Benzylpiperazin (BZP) angegeben; diese Pillen können jedoch ein
breites Spektrum an Pflanzenmaterial, semisynthetischen und
synthetischen Substanzen enthalten. Hier liegt das Problem in der
Vielfalt der Substanzen und deren Mischungen. Den Konsumenten können
auch schwerste gesundheitliche Schäden drohen. Erst vor wenigen Tagen
hat mit "Spice" eine derartige Zubereitung auch in Österreich für
Aufsehen gesorgt.












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