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Zuletzt aktualisiert: 06.11.2008 um 08:30 Uhr

Europäischer Drogenbericht warnt vor "Legal Highs"

Stabile Situation bei Amphetamin und Stimulanzien. Der Online-Handel mit Drogen wird immer größer - Handel mit legalen Pflanzenstoffen nimmt zu.

Opiate, wie Heroin, sind größtes Problem in Europas Drogenpolitik.

Foto © APOpiate, wie Heroin, sind größtes Problem in Europas Drogenpolitik.

Der Europäische Drogenbericht (Daten aus 2006) und die einzelnen Konsummuster der Benutzer illegaler Drogen: Stimulanzien wie Amphetamine, Ecstasy und Kokain sind derzeit in Europa nach Cannabis die am zweithäufigsten konsumierten Drogen.

12 Millionen Kokain-Konsumenten. Etwa zwölf Millionen Europäer (15 bis 64 Jahre) haben mindestens einmal in ihrem Leben Kokain konsumiert, gegenüber etwa elf Millionen, die Amphetamine und 9,5 Millionen, die Ecstasy benutzt haben. Gerade bei illegalen Drogen sind die Konsummuster aber je nach Land und Region oft sehr unterschiedlich. Etwa zwei Millionen junge Europäer (15 bis 34 Jahre) haben im vorangegangenen Jahr Amphetamine, etwa 2,5 Millionen haben Ecstasy probiert. Hier gibt es offenbar seit 2003 eine stabile bis fallende Tendenz. Durchschnittlich 1,3 Prozent der jungen Erwachsenen gaben bei der Befragung 2006 an, im vergangenen Jahr Amphetamine konsumiert zu haben. Kokain haben etwa 3,5 Millionen junge Europäer (15 bis 34 Jahre) im vergangenen Jahr und etwa 1,5 Millionen im jeweils vorangegangenen Monat konsumiert.

Viertel der Europäer kifft. Cannabis: Fast ein Viertel aller Europäer, d. h. etwa 71 Millionen (15 bis 64 Jahre) haben in ihrem Leben schon Cannabis probiert, etwa sieben Prozent (23 Millionen) haben es im vergangenen Jahr konsumiert. Damit ist und bleibt das Hanfprodukt die in Europa am häufigsten konsumierte illegale Droge. Schätzungen zufolge konsumieren etwa vier Millionen Erwachsene in Europa (15 bis 64 Jahre) täglich oder nahezu täglich Cannabis.

Boomender Online-Markt. Die Suchtgift-"Szene" befindet sich in den einzelnen Ländern und auch international in ständiger Veränderung. Das gilt sowohl für die Transportwege als auch für die verwendeten Substanzen selbst. Eine neue Entwicklung in Europa laut dem am Donnerstag präsentierten Drogenbericht der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EBDD): ein boomender Online-Internet-Markt, der Hunderte verschiedene Substanzen anbietet. Vermehrt kommen auch dubiose "Legal Highs" - unterschiedlichste Kräuter und Zubereitungen - auf den Markt, die von der Gesetzgebung (noch) nicht reguliert sind.

Legal Highs. Zu den wichtigsten "Innovationen" gehören: die zunehmende Bedeutung des einheimischen Cannabisanbaus in ganz Europa, zunehmende Berichte über die Abzweigung synthetischer Opioide und deren illegale Produktion, ein boomender Online-Markt, der "Legal Highs" und medizinische Produkte anbietet sowie die Auswirkungen der Produktion synthetischer Drogen auf die Umwelt. Derzeit werden bereits mehr als 200 psychoaktive Substanzen angeboten. Das geht aus einer kleinen Erhebung der EBDD auf 25 derartiger Sites hervor. Viele dieser Produkte werden als "Legal Highs" angeboten, doch in einigen Ländern fällt ihr Inhalt unter dieselben Rechtsvorschriften wie kontrollierte Drogen und gegebenenfalls unter Strafandrohungen.

Pilze und Partypillen. Zu den am häufigsten als "Legal Highs" verkauften Substanzen gehören: Salvia divinorum; Kratom (Mitragyna speciosa); Hawaiianische Holzrose (Argyreia nervosa); halluzinogene Pilze und eine Reihe von "Partypillen", die als Alternativen zu Ecstasy (MDMA) veräußert werden. Häufig wird als Hauptinhaltsstoff synthetischer "Partypillen" Benzylpiperazin (BZP) angegeben; diese Pillen können jedoch ein breites Spektrum an Pflanzenmaterial, semisynthetischen und synthetischen Substanzen enthalten. Hier liegt das Problem in der Vielfalt der Substanzen und deren Mischungen. Den Konsumenten können auch schwerste gesundheitliche Schäden drohen. Erst vor wenigen Tagen hat mit "Spice" eine derartige Zubereitung auch in Österreich für Aufsehen gesorgt.


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