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Zuletzt aktualisiert: 22.01.2012 um 15:55 UhrKommentare

China wird Deutschland als Reiseweltmeister verdrängen

Amerikaner und Chinesen profitieren von der Aufwertung ihrer Währungen und drängen vehement auf den Reisemarkt. 2011 gaben die Deutschen 60,7 Mrd. Euro für Auslandsreisen aus.

Chinesen im Aufwind bei Auslandsreisen

Foto © Fotolia / 1000wordsChinesen im Aufwind bei Auslandsreisen

China wird nach einer Commerzbank-Studie Deutschland möglicherweise demnächst als "Reiseweltmeister" ablösen. "China drängt mit Macht auf den Reisemarkt", sagte die Volkswirtin der Commerzbank AG, Jutta Kayser-Tilosen, bei der Vorstellung einer Reisestudie in Stuttgart.

Die Deutschen hätten zwar 2011 mit 60,7 Mrd. Euro drei Prozent mehr für Auslandsreisen ausgegeben und damit erneut Platz eins in der Statistik belegt. Dennoch rückten die USA und China erheblich näher. Beide Länder hätten von der Aufwertung ihrer Währung profitiert. In der Studie sieht die Commerzbank für 2012 Unsicherheiten durch die Staatsschuldenkrise. "Das Schicksal der internationalen Tourismuskonjunktur hängt 2012 ein gutes Stück vom Euroraum ab", sagte Kayser-Tilosen. Dies könne sich in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Davon unbeeindruckt bliebe derzeit noch das Reiseverhalten der Deutschen ins Ausland. Die Ausgaben könnten 2012 um zwei Prozent von 60,2 Mrd. Euro auf 62 Mrd. Euro steigen. "Es geht aufwärts, aber etwas langsamer", sagte Kayser-Tilosen. Die Reiseeinnahmen ausländischer Touristen in Deutschland würden um etwa drei Prozent von 27,4 Mrd. Euro auf 28,2 Mrd. Euro zulegen. Im Ausland hätten die Deutschen 2011 in Spanien mit 6,7 Mrd. Euro fünf Prozent mehr als im Vergleich zum Vorjahr ausgegeben. Österreich steigerte sich mit acht Prozent auf 6,5 Mrd. Euro und lag noch vor Italien, das 5,6 Mrd. Euro von den deutschen Gästen einnahm.

Trend bei Reisen nach Osteuropa

Die Studie stellte einen neuen Trend bei Reisen nach Osteuropa fest. So sei Tschechien mit einem Zuwachs von zwölf Prozent auf 1,8 Mrd. Euro der Hauptgewinner vor Polen, Ungarn und der Slowakei. Dagegen verlor die Eidgenossenschaft wegen des ungünstigen Kurses des Schweizer Franken allein in der Sommersaison von März bis Oktober elf Prozent der deutschen Gäste. Hart getroffen wurden Griechenland und Ägypten.

Für die Deutschen war 2011 die Bundesrepublik das beliebteste Reiseziel. 119 Millionen buchten eine Übernachtung, fünf Prozent mehr als 2010. Besonders beliebt waren die Großstädte, insbesondere Bremen, Hamburg und Berlin. Das nasskalte Wetter wirkte sich bei den Zielen an Nord- und Ostsee aus.


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