Bezirks- und Gemeindesuche
Mobbing-Alarm um Neo-Behördenchefin Melania Deutmeyer
Ungesundes Klima in der Gesundheitsabteilung des Landes? Melania Deutmeyer steht aber auch in fachlicher Hinsicht in der Kritik.

Foto © Eggenberger
Zur Verblüffung von Fachleuten wurde vom Nachfolger von Hugo Tschernutter auf dem Chefsessel der Gesundheitsabteilung des Landes Berufserfahrung in der Krankenpflege erwartet. Schon kurz darauf wussten Insider jemanden zu identifizieren, auf den dieses Anforderungsprofil von den Koalitionären FPK und ÖVP zugeschneidert sei und einen Zufall später gewann diejenige Person tatsächlich die Objektivierung - mit Verweis auf genau diese spezielle Qualifikation. Name: Melania Deutmeyer, die im Jahr 2008 - damals noch als deutsche Staatsbürgerin - zur Leiterin des Studienbereiches "Gesundheit & Pflege" an der Fachhochschule Kärnten avanciert war. Ihr abrupter Abgang dort war von keiner Ehrenkompanie begleitet, nachdem sie sich wenig amikal verabschiedet hatte.
Freundschaftlich ist das Klima aber offenbar im seit 2. Mai 2011 von Deutmeyer geleiteten Kompetenzzentrums Gesundheit ebenso wenig, auch wenn sie das anders einschätzt (siehe Interview). Gernot Nischelwitzer, Vorsitzender der Personalvertretung, spricht von gehäuften Beschwerden über Deutmeyer, "die immer mehr in Richtung Mobbing gehen". Er empfahl das Führen von "Mobbing-Tagebüchern" und diesen Ratschlag dürften etliche Mitarbeiter beherzigt haben. Offen über die Chefin zu reden wagt niemand, tief sitzt die Furcht vor Repressalien. Kern der Vorwürfe: Deutmeyer schränke die Arbeitsgebiete ein, stoße Untergebenen vor den Kopf und spioniere ihnen nach.
Zum obersten Personalvertreter sind aber auch Zweifel an der Qualifikation der absolvierten Wirtschaftswissenschaftlerin als - ohne Dienstprüfung pragmatisierte - Verwaltungsbeamtin vorgedrungen. Im vertraulichen Gespräch präzisieren Mitarbeiter, dass die Quereinsteigerin Probleme mit den Mysterien der Hoheitsverwaltung habe, trotzdem aber Beratung scheue. Konsequenz: der Tritt in fachliche Fettnäpfe wie etwa bei EHEC oder beim Problemfall Katarakt-OPs im Klinikum, paradoxe Interventionen und Behinderung der täglichen Arbeit. Die "verständliche Unkenntnis", so ein Beobachter, ergäbe sich auch daraus, dass Deutmeyer weder Juristin noch Betriebswirtin sei.
Doch Deutmeyer (siehe Interview) sieht sich in erster Linie als Managerin - und nach oben durchaus noch Luft. Sie hat den Titel des Landessanitätsdirektors im Visier und es ficht sie durchaus nicht an, dass jener nach gesetzlicher Maßgabe die fachlichen Angelegenheiten abdecken sollte, mithin also Mediziner sein muss. Für Deutmeyer ist das nur eine Sollbestimmung. Dabei sollte sie wissen, dass sie nach geltendem Landesrecht als Nichtmedizinerin keine Aufnahme in den Landesanitätsrat finden könnte. Der Titel Landessanitätsdirektor würde fraglos glänzen - auch auf dem Gehaltszettel.
Bei ihren politischen Mentoren genießt sie offenbar volle Rückendeckung. Die Medizinerin Elisabeth Oberleitner übt das Amt der Sanitätsdirektorin de facto aus, die formelle Bestätigung wird ihr aber bis heute vorenthalten.
Die Hätschelung von Deutmeyer durch die Politik ist laut Beobachtern aber wohl kein Zufall. Das vernichtende Urteil eines intimen Kenners des Kärntner Gesundheitswesens: "So viel politische Eingriffe wie unter Deutmeyer gab es in dieser Abteilung noch nie!"
So groß war aber auch der Frust in dieser Abteilung noch nie, der übrigens quer durch alle politischen Lager reicht.


















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