"Jack und Jill" mit Adam Sandler
Tiefer Flatulenzhumor mit Adam Sandler und Al Pacino: Sandler hangelt sich in Doppelrolle als Zwillingspaar von einem Furzscherz zum nächsten.

Foto © Sony Pictures
Ist es verfrüht, bereits Ende Jänner den niveaulosesten Film des Jahres anzukündigen? Nicht, wenn man solch einen sicheren Tipp wie Adam Sandlers neuestes Machwerk "Jack und Jill" im Köcher hat. Diese Komödie über ein eineiiges Zwillingspaar, das in Personalunion von Sandler gespielt wird, ist ein magenwindfixiertes Gagfilmchen der untersten Schublade - für das sich dennoch Stars wie Al Pacino und Johnny Depp (sic!) verpflichten haben lassen. Wer sich vom Grauen persönlich überzeugen will, hat ab Freitag (27. Jänner) die Gelegenheit in den heimischen Kinos.
Der Werber Jack Sadelstein und seine Frau Erin (Katie Holmes) bekommen alljährlich Besuch von Jacks nerviger, eineiiger Zwillingsschwester Jill. Dieses Mal verschaut sich allerdings Al Pacino (als Al Pacino) in den ungehobelten Trampel. Und da Jack diesen als Werbefigur für einen Spot braucht, versucht er, die beiden zu verkuppeln. Dies scheitert, bewirkt aber eine schmalzige Annäherung der beiden zankenden Geschwister.
Nach einem sympathischen Prolog mit verschiedenen Zwillingspaaren, die im Interview ihre Differenzen offenbaren, geht das Niveau des Streifens systematisch bergab. Witzchen reihen sich ohne narrativen Zusammenhang aneinander, so vorhersehbar wie die Zeitansage. Ein guter Teil des Films geht dabei für Flatulenzen und damit zusammenhängende Scherze drauf. Selbst der Papagei heißt "Poopsie", und mexikanisches Essen schlägt selbstredend auf die Verdauung (dass auf diesen Scherz nicht zuvor schon jemand gekommen ist!).
Den zweiten Quell steter Freude stellt das Crossdressing Sandlers dar, dessen weibliche deutsche Synchronstimme klingt wie Lizzy Engstler auf Helium. Gegen das peinliche Geschehen auf der Leinwand nimmt sich "Charleys Tante" mit Peter Alexander als differenzierte Genderstudie in trockenem Humor aus. Mitverantwortlich hierfür ist Sandler-Hausregisseur Dennis Dugan, zumal "Jack und Jill" bereits die achte Zusammenarbeit der beiden ist.
Was aber treibt einen Schauspieler mit dem Renommee eines Al Pacino dazu, sich für einen Film wie "Jack und Jill" herzugeben, in dem er einen Werbespot für eine Donutkette drehen muss, sich in die alten Schweißflecken seiner Verehrten legt und billige Patenimitationen abliefern darf? Die kurzen lichten Momente, wenn der Schauspieler als Don Quijote einen Deckenventilator bekämpft, machen den Kohl jedenfalls nicht fett. "Das darf niemals jemand sehen. Alle Kopien müssen verbrannt werden" - diese Forderung Pacinos nach der Ansicht seines Donut-Werbespots kann man jedenfalls nur unterschreiben - bezogen auf "Jack und Jill".















