Eine böse Heldin, die alle verhext
"Hänsel und Gretel" im Mumuth - ein grandioses Solo.

Foto © KUG/WENZELMit Beifallsstürmen des jungen Publikums bedacht: die Auftritte der Hexe in Engelbert Humperdincks Märchenoper im Grazer Mumuth
GRAZ. Auch in Opernstoffen ist das Böse ein so unerlässliches Ferment, dass ohne seinen Einfluss bald Ermattung eintritt. In der Produktion von Engelbert Humperdincks Märchenoper "Hänsel und Gretel" (1893) der Kunstuni Graz war die Hexe (Daniel Jenz) aber derart unentbehrlich, dass sich vor ihrem Erscheinen im zweiten Akt bereits einzelne Kinder im Publikum vernehmbar ausgeklinkt hatten.
Das hatte seinen Grund in mangelhafter Textverständlichkeit selbst bei der stimmlich und spielerisch angenehm präsenten Petra Göndöcs als Gretel. Noch undeutlicher waren Xu Xiaoyi (Hänsel), Marianna Szivkova (Gertrud, Mutter) und auch Attila Mokus (Peter, Vater). Das Orchester unter Frank Cramer ließ bei stets treffender Tempowahl im Detail ausgearbeitete Linien und echte Emphasen vermissen. Mit Daniel Jenz´ auch wortdeutlichem Auftritt kippte die ansonsten konventionelle Inszenierung Barbara Beyers in fast jeder Hinsicht ins Orgiastische und die "Hexe, Hexe!" riss besonders das Kinderpublikum zu Beifallsstürmen hin.
Features
Fakten
"Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck im Mumuth (Graz, Lichtenfelsgasse 14): 30. Jänner, 17 Uhr; 1. und 3. Februar, 19 Uhr. Karten: Tel. (0 31 6) 83 02 55.









