Wintersport: Bis zu 65.000 Verletzte wegen Selbstüberschätzung
Wintersport ist gesund, dennoch prognostizieren Experten auch für diese Wintersaison mehr als 50.000 Schiunfälle. Nicht schlechte Pistenverhältnisse oder Lawinen sind der Grund, sondern mangelnde körperliche Fitness und Selbstüberschätzung.

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Millionen von Wintersportbegeisterten tummeln sich jährlich in Österreichs Wintersportgebieten - doch leider nicht unfallfrei. Für die Saison 2011/12 hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) mehr als 50.000 Wintersport-Unfälle mit bis zu 65.000 Verletzten prognostiziert. Die meisten Unfälle sind auf Übermüdung, mangelnde Konzentration und Kraftlosigkeit, besonders am Nachmittag, zurückzuführen, hieß es. Auch Selbstüberschätzung auf den Pisten führt oft zu Schmerzen.
Bis zu den Wintersportlern ist diese Erkenntnis nicht durchgedrungen: Laut Umfrage des Versicherungsverband Österreich (VVO) geben Betroffene schlechten Sicht- und Pistenverhältnissen oder anderen Teilnehmern die Schuld. Dabei handelt es sich zu 93 Prozent um "Alleinunfälle" ohne Fremdverschulden. "Nur sieben Prozent der Unfälle von Schifahrern oder Snowboardern pro Jahr waren auf direkte Zusammenstöße zwischen Pistenbenutzern zurückzuführen. Die häufigsten Gründe sind hierbei eine gewisse Selbstüberschätzung und oftmals mangelnde körperliche Fitness. Sich konditionell gut auf den Winter vorzubereiten, ist daher essentiell", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.
Helm tragen
"Nicht vom Sakko in den Schianzug springen, anfangs langsam einfahren, vor allem gut auf die Saison vorbereiten", rät Thann daher. Regelmäßige Pausen - "allerdings ohne Alkohol" - und entsprechende Schutzausrüstung seien ebenso wesentlich. So tragen zwar bereits 98 Prozent aller Kinder bis zum siebenten Lebensjahr einen Helm, bei den Erwachsenen sieht Thann aber noch Nachholbedarf. Der Befragung zufolge finden 40 Prozent der Helmverweigerer den Schutz "lächerlich", für weitere 25 Prozent ist er "unbequem". "Aber der Trend geht in die richtige Richtung", stellte Thann fest.
Grundsätzlich unfallfreier seien weibliche Wintersportler unterwegs. "Ähnlich wie im Straßenverkehr schätzen Frauen das Risiko einfach besser ein", betonte Thann. Obwohl sich die Geschlechter bei der Sportausübung in etwa die Waage hielten, seien Männer etwa 64 Prozent der Opfer alpiner Schiunfälle und sogar 80 Prozent der Lawinentoten - bei rund 100 Lawinenunfällen jährlich.















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