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Zuletzt aktualisiert: 28.12.2011 um 05:06 UhrKommentare

Heimatdienst will an die Uni

Obmann Josef Feldner im Interview mit der Kleinen Zeitung. Er will junge Leute verstärkt ansprechen. Verständigungsarbeit soll in Statuten Sicherung der Landeseinheit ersetzen.

"Dialog kann nicht breit genug sein", sagt Heimatdienstobmann Feldner mit Blick auf das Dialogforum

Foto © Eggenberger"Dialog kann nicht breit genug sein", sagt Heimatdienstobmann Feldner mit Blick auf das Dialogforum

Zum Jahreswechsel vor einem Jahr hatten Sie die Hoffnung auf eine Ortstafellösung. Die gibt es, die neuen zweisprachigen Tafeln sind aufgestellt. Was erhoffen Sie für 2012?

JOSEF FELDNER: Die Ortstafeln dürften kein Thema mehr sein, wir haben sie in unserer letzten Zeitung bereits rückblickend behandelt. Aber es gibt für den Kärntner Heimatdienst neue Herausforderungen und Dimensionen, die wir in Workshops erarbeiten wollen. Noch ist in unseren Statuten die Sicherung der Kärntner Landeseinheit im Verbund mit Österreich verankert. Das wurde hinfällig, es gibt keine Gefahr mehr. Dem ist Rechnung zu tragen. Die neuen Herausforderungen für Verständigung und Versöhnung sollen in die Statuten kommen.

Der Heimatdienst wird sich grundlegend verändern?

FELDNER: Wir sollten eine patriotische NGO (Nichtregierungsorganisation, Anm.) werden, mit der Aufgabe, direktdemokratische politische Mittel zu forcieren.

Das klingt fast so, als wollte sich der Heimatdienst den Mut- oder Wutbürgern anschließen?

FELDNER: Demokratischer Protest, der konstruktiv ist, ist gut. Das bereits installierte Dialogforum, das im Memorandum zur Ortstafellösung verankert wurde, hat Regierungsmitglieder, Bürgermeister und Slowenenvertreter als Mitglieder. Es ist eine Fehlkonstruktion. Denn bereits im Gusenbauer-Papier zur Ortstafellösung aus dem Jahr 2007 waren in diesem Forum neben Slowenenvertretern auch Repräsentanten der Heimatverbände, Kirchen und Sozialpartner angedacht. Dialog kann nicht breit genug sein. Es soll auch nicht der Eindruck entstehen, dass mit der Ortstafellösung alles vorbei ist. Den Weg der Versöhnung und Verständigung braucht es weiter. Da wollen wir künftig auf Jugendarbeit setzen. Wir denken an Förderungen für Projekte an Schulen oder an der Uni.

Kärnten hat sich mit der Ortstafellösung gewandelt. Der Heimatdienst auch?

FELDNER: Das haben wir schon vor sechs Jahren mit dem Beginn der Konsensarbeit gemacht. Jetzt ist es wichtig, die zu überzeugen, die noch nicht überzeugt sind, dass der Weg der Gemeinsamkeit der richtige und wichtige ist.

Wenn sie jetzt zu einer NGO werden wollen: Können die Mitglieder da noch mit?

FELDNER: Die Zielgruppe hat sich ja auch geändert. Jene, die nicht mitkonnten, sind längst ausgeschieden. In den letzten Jahren waren es in Summe einige tausend. Aber der große Teil hat unseren Weg mitgetragen, einige mussten erst überzeugt werden. Und 5000 haben unseren Aufruf ?Ja zum Weg der Verständigung“ unterschrieben.

Sie sind wichtiger Proponent der Konsensgruppe, haben mit Slowenenvertreter Marjan Sturm maßgeblich zum Umdenken und Klimawandel in Kärnten beigetragen. Fortsetzung folgt?

FELDNER: Das Klima des Vertrauens muss weiter gefestigt werden. Es wird wieder Veranstaltungen geben und Informationsarbeit, wenn irgendwo Probleme auftauchen. Der Kampf, der von beiden Seiten so lange im Vordergrund stand, muss ein Ende haben. Der Abwehrkampf ist vorbei. Marjan Sturm denkt etwa an eine Veranstaltung, bei der sich Nachkommen der Kämpfer um die Nordgrenze treffen. Wir wollen auch weiter die Deutschsprachigen in Slowenien unterstützen. Slowenien wie Österreich sind aufgerufen, noch mehr zu tun. Nach dem Beispiel unserer Konsensgruppe könnte auch in Slowenien Ähnliches entstehen.

INTERVIEW: A. BERGMANN

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