Ein Mann für heikle Fälle
Ex-Bawag-Ankläger Krakow (45) könnte Hypo-Sonderaufklärer werden.

Foto © AP/Zak"Ich bin von niemand gefragt worden": Anwalt Georg Krakow
Mit dem Abgang der früheren Bawag-Richterin Claudia Bandion-Ortner als Justizministerin im April schien auch seine politische Blitzkarriere vorbei zu sein. Doch jetzt taucht der Name des als Ankläger im Bawag-Prozess als ruhig, unerbittlich und effizient populär gewordenen Ex-Staatsanwalts und Ex-Kabinettchefs von Bandion-Ortner, Georg Krakow, wieder an der Gerüchtebörse auf: Der 45-Jährige könnte Sonderbeauftragter der Republik werden und bei der Aufklärung der riesigen Geldvernichtung der vor zwei Jahren notverstaatlichten Kärntner Hypo Alpe Adria Bank Dampf machen.
"Ich kann dazu gar nichts sagen", erklärt der ruhige und stets höfliche Mann, der erst Mitte Oktober beim Österreich-Ableger von Baker & McKenzie, "einer der weltgrößten Anwaltskanzleien", angeheuert hat. Krakow will auch noch nicht gefragt worden sein, ob er der Job wolle. Für den Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, gilt Krakow auf Anfrage als "interessanter Mann" für den Job, der in ein paar Wochen besetzt werden soll.
Laut Peschorn gäbe es nicht viele Personen im Land, denen er die Aufgabe zutraut. Krakow ist zweifellos vielseitig. Aktuell berät er Kunden von Baker & McKenzie, wie sie rechtliche Risken durch "Compliance" gering halten und sich etwa vor Korruption und Strafen schützen können. Zudem ist er für "interne Firmen-Sachverhalte", für Investigation zuständig. Da hätte er auch bei der Hypo viel zu tun.
Selbst wenn die zu erwartende Neuauflage des Bawag-Prozesses einige Schatten auf Ex-Ankläger Krakow werfen könnte, der eventuell zu leichtgläubig war, als er geglaubt hat, die verschwunden 1,6 Milliarden seien echt verspekuliert worden, hat der Mann einen exzellenten Ruf. Er gilt als hochbegabter Jurist, der sich hartnäckig hinauf gerackert hat.
Weil er neben dem Studium Haustischler bei Kika, Verkäufer, Filialleiter und Ähnliches war, brauchte er für sein Studium stolze 13 Jahre. Erst 2002 wurde er Richter, dann Staatsanwalt in prominenten Verfahren wie Yline, Amis, Brau Union und dann Shooting-Star beim Bawag-Prozess. Zieht er bald nach Kärnten?























ZZ:




