Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
17. Mai 2012 07:16 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 331995 Mitglieder | 254 online
"Mehr mediales Spektakel als ein Börsengang" Namensstreit um iPad: Apple macht Chinesen Angebot Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Multimedia Nächster Artikel "Mehr mediales Spektakel als ein Börsengang" Namensstreit um iPad: Apple macht Chinesen Angebot
Zuletzt aktualisiert: 02.02.2012 um 08:53 UhrKommentare

Facebook: Milliarden-Werte ohne Produkt

Wenn Facebook an die Börse geht, wird das Unternehmen vermutlich rund 100 Milliarden US-Dollar wert sein. Doch wirft man einen ernsten Blick in die Geschäftszahlen zeigt sich, dass die Social-Media-Blase bereits Realität ist. Ein Kommentar von Roman Huber

Foto © AP

Bereits lange haben Börseninsider darauf gewartet: Facebook hat am Mittwoch den Börsengang beantragt und dementsprechend erstmals Geschäftszahlen veröffentlicht. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen eine Milliarde US-Dollar Gewinn gemacht. Daher scheint es für den Gründer Mark Zuckerberg die richtige Zeit den großen Schritt an die Wall Street zu machen.

Ein zweites Motiv ist mit Sicherheit auch der Erfolg, den andere Unternehmen aus der Social-Media-Welt hatten. Im Jahr 2011 überschlugen sich die Jubelmeldungen gerade zu. LinkedIn sammelte im Mai rund 400 Millionen US-Dollar ein – die Aktien schossen daraufhin durch die Decke. Das Schnäppchenportal Groupon holte sich 700 Millionen US-Dollar. Der Spiele-Spezialist Zynga konnte seine Aktien für eine Milliarde US-Dollar loswerden. Nun will Facebook von den Investoren rund fünf Milliarden US-Dollar einsammeln. Da wirkt der bisher größte Börsengang der Branche geradezu lächerlich. 2004 konnte Google Aktien im Wert von 1,7 Milliarden US-Dollar verkaufen.

Gerade in Zeiten von Finanz- und Schuldenkrise klingt das doch nach einem echten Lichtblick. Endlich gibt es einen Wirtschaftsbereich, in dem scheinbar alles funktioniert. Es wird investiert, es gibt Arbeitsplätze, die Umsätze steigen kontinuierlich, die Kasse stimmt. Endlich!

Die Lösung?!

Offenbar haben die Firmen im Web 2.0 die Lösung gefunden. Die Lösung auf die Frage: Wie kann man in Krisenzeiten erfolgreich wirtschaften. Und die Antwort ist doch merklich einfach: indem man nicht wirtschaftet! Denn keines dieser Unternehmen stellt wirklich etwas her. Weder LinkedIn noch Groupon, Zynga oder Facebook haben ein echtes Produkt. Dennoch spricht man beim Wert der Firmen nur noch in Milliarden. Im Fall von Facebook dürfte der Firmenwert nach dem Börsegang bei rund 100 Milliarden US-Dollar liegen – bei einem Jahresgewinn von einer Milliarde bedeutet das den Faktor 1:100.

Angesichts dieser Zahlen muss sich ein Unternehmer, der noch ganz traditionell ein echtes Produkt herstellt, an den Kopf greifen. Denn das ist ja offensichtlich der falsche Weg. Maschinen, Kühlschränke, Handys – alles ist weniger gefragt als Social Media. Nicht einmal Apple kann da mithalten. Der iPhone-Hersteller ist "nur“ 400 Milliarden US-Dollar wert – bei einem Jahresgewinn von rund 33 Milliarden. Faktor 1:13. Für ein einfaches Industrieunternehmen ist selbst dieser Wert nahezu unerreichbar.

Die Zahlen zeigen eindeutig: Es ist nicht mehr die Frage, ob sich hier eine Blase entwickelt – die Blase besteht. Und sie ist bereits prall gefüllt.

ROMAN HUBER

Grafi

Grafik © KLZ

Grafik vergrößernFacebook an der BörseGrafik © KLZ

+Roman Huber

Apps für alle

Montage

Nach iPhone- und iPad-App steht jetzt die Android-App der Kleinen Zeitung bereit: Für fabelhaft komfortablen Lesespaß, jederzeit und überall.

Apps, Apps, Apps

 

Fotoserien

Mark Zuckerberg im Foto-Porträt 

Mark Zuckerberg im Foto-Porträt

 


Newsletter

 

Fit am PC

Fit am PC

Für alle, die sich Schritt für Schritt den Themen Computer und Internet nähern wollen.

Immer informiert

RSS-Feeds

Immer aktuell: Die wichtigsten News direkt abonnieren.

Mobil informiert

Immer dabei: Die Kleine Zeitung gibt es auch auf dem Handy.

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang