Tödliches Risiko aus dem Internet
Gefälschte Medikamente aus dem Internet: Für Sie hat die Arzneimittelagentur "Bestseller" getestet - die Ergebnisse sind erschütternd.

Foto © blende40 - FotoliaDas Internet gilt als Hauptumschlagplatz dubioser Mittel
Der Fall sorgt heute noch für Betroffenheit: Ein mit Frostschutzmittel versetzter "gesunder" Sirup verursachte den Tod hunderter Kinder in Bangladesch, Indien und Nigeria. Wenn heute immer mehr Österreicher verschreibungspflichtige Medikamente oder frei zugängliche Präparate aus dubiosen Quellen im Internet kaufen, denkt keiner mehr an die gefährlichen Folgen, die sogar tödlich sein können. Die Arzneimittelagentur PharmMed der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit hat für Sie die gängigsten Mittel aus dem Internet getestet.
Mit erschütternden Ergebnissen. Laut Alexander Hönel, dem Leiter Inspektionen und Medizinmarktüberwachung der PharmMed, kommt es immer wieder zu Zwischenfällen. "Wir hatten einen Patienten, der Bräunungsmittel aus dem Internet bestellt hat, und nach der Einnahme sind am ganzen Körper Muttermale aufgetreten. Ein anderer kaufte Viagra am Schwarzmarkt in einem Bodybuilding-Institut: Er bekam schwere Herzprobleme und musste einen Monat in den Krankenstand."
Die gefährliche Hitliste
Die beliebtesten Mittel: Laut Hönel Viagra-Präparate, Abnehmmittel und der große Bereich der Tees im weitesten Sinne. "Abnehmtees, Potenztees und alles, was sich mit dem Mantel des rein Pflanzlichen umgibt." Derzeit besonders bei Jugendlichen beliebt: Bräunungsmittel, die in den Regelungsmechanismus der Haut eingreifen und sexuell stimulierende Wirkung besitzen. "Die Auslösung von Hautkrebs durch diese Mittel ist noch nicht ausgeschlossen." Bei vielen pflanzlichen Mischungen gibt es außerdem eine hohe Belastung von Schwermetallen, die weit über den österreichischen Grenzwerten liegt.
Das Internet gilt als Hauptumschlagplatz dubioser Mittel. Aber Hönel, dessen Team auch federführend bei der Novellierung des scharfen Antidoping- Bundesgesetzes beteiligt war, gibt auch Hobbysportlern und Fitnessstudios "eine wichtige Rolle" im Verkauf der aus dem Internet bestellten Waren.
Hönel: "Es gibt deutliche Steigerungen bei diesen Internet-Geschäften, das merken Polizei und Zoll genauso. Bremsen kann man den Boom nur durch Aufklärung und große Kampagnen. Wir können mit den Untersuchungen alleine nicht mehr als Nadelstiche gegen die Händler setzen."










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