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Zuletzt aktualisiert: 03.02.2012 um 21:48 UhrKommentare

Tiefstapeln war gestern

Beim ersten Bau-Casting Südösterreichs zeigen Jugendliche, was sie draufhaben. Sechs Lehrstellen - Maurer, Pflasterer und Brunnen-/ Grundbauer - sind zu haben.

Florian Backfrieder, Maurer im dritten Lehrjahr, und Michael Rathkolb, Pflasterer im zweiten Lehrjahr

Foto © KK/LunghammerFlorian Backfrieder, Maurer im dritten Lehrjahr, und Michael Rathkolb, Pflasterer im zweiten Lehrjahr

Das große Zittern soll es nicht geben, wenn Walther Wessiak am 20. Februar zum Lehrlingscasting lädt. Zumindest wünscht sich das der Lehrherr. Die ängstlichen Gesichter bei Bewerbungsgesprächen kennt er gut. Deshalb hat sich der Leiter des Baudienstleisters Robier aus Graz in diesem Jahr etwas Neues einfallen lassen. Er veranstaltet das erste Bau-Casting Südösterreichs. Die besten 18, die aus der Vorrunde ermittelt werden, dürfen daran teilnehmen. Sechs Lehrstellen stehen zur Verfügung.

In der Gruppe durchlaufen die Casting-Teilnehmer sechs Stationen - von Logikfragen über Sportmotoriktests bis hin zum Kaminbauen mit Holzziegeln. Nicht nur der Lehrherr lernt dabei etwas über die Bewerber. "Die Jugendlichen bekommen einen ersten Eindruck von ihrer künftigen Tätigkeit und merken bald, ob ihnen der Beruf als Maurer, Pflasterer oder Brunnen- und Grundbauer Spaß macht", sagt Wessiak.

Der Spaß soll auch während des gesamten Castingtages im Vordergrund stehen. Getestet werden dabei Geschicklichkeit und andere Fähigkeiten, die man "bei einem Gespräch nie in der Form herausfinden würde". Wunderwutzi muss man keiner sein. "Ein bisserl patschert zu sein ist kein K.o.-Kriterium", betont Wessiak. Nach den Tests geht's zu einem kurzen Gespräch mit dem Chef und schließlich ist es so weit - man erfährt, ob man vor der Jury bestehen und einen der sechs Plätze ergattern konnte. Wer es geschafft hat, darf eine Woche bei Robier schnuppern und mit der Lehre beginnen.

Image aufpolieren

Mit dem Bau-Casting erhofft sich Wessiak noch einen zusätzlichen Effekt. "Das Image des Maurers aufzupolieren." Ein Maurer leiste hochqualitatives Handwerk, werde aber mancherorts noch immer als reiner Ziegelstapler angesehen. "Ein völlig veraltetes Bild", sagt Wessiak. Maurer arbeiten heute mit den neuesten technischen Hilfsmitteln - Laser dienen dem präzisen Abmessen. Die Daten werden per Notebook in die Zentrale übermittelt.

Mit dem "Zukunftsberuf Maurer" habe man eine breite Basis, auf der man gut die spätere Karriere aufbauen könne, sagt Wessiak. Und die kann bis zum Polier und Baustellenleiter führen, in die Maturaklasse und an die Universität. Spannend ist der Beruf in jedem Fall, denn Maurer sind überall maßgeblich beteiligt - am Skygate des Planet Planai wie auch beim Bau der UPC-Arena. Auch die Lehrlinge von Walther Wessiak werden vielerorts eingesetzt - etwa bei Probebohrungen in 2500 Meter Höhe in Tirol. Übrigens: In der Steiermark gibt es zwei Maurerinnen. Weibliche Verstärkung ist also dringend gefragt.


Bau-Casting: Die Bewerbung

Vorrunde. Auf der Webseite gilt es in vier Online-Spielen möglichst viele Punkte zu sammeln (Klick auf "Superlehrling"). Die besten 18, die sich bei Roby, dem Firmenmaskottchen, bewähren, werden zum Casting eingeladen.

Casting. 20. Februar, ab 8 Uhr. Dauer: bis etwa 17 Uhr. Für Mittagessen und Jause ist gesorgt. Graz, Kübeckgasse 29.

Jury. Zehn Jurymitglieder wählen die Sieger - z.B. Karin Amtmann, Lehrlingsexpertin Steiermark.

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