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    Zuletzt aktualisiert: 16.05.2012 um 14:22 Uhr

    Ein Haus wie ein Lächeln

    Judith Szepesváry und Bruno Reuer setzen auf authentisches Wohnen am Ossiacher See. Mit ökologischen Baustoffen wie Lehmziegeln und Hanfdämmung und jeder Menge Kunst und Musik.

    Herzstück des großzügigen Wohnraumes ist der Flügel

    Foto © Helmut WeichselbraunHerzstück des großzügigen Wohnraumes ist der Flügel

    "Vor ein paar Jahren beim Carinthischen Sommer trat ich durch den westlichen Torbogen des Stiftes Ossiach und empfand die Kraft dieser wunderschönen Landschaft. Da wusste ich: Das ist ein Ort zum Leben", erzählt der Musikwissenschaftler Bruno Reuer. Der gebürtige Hamburger lebte damals in Oberdrauburg und sah sich nun nach einem Grundstück am Ossiacher See um. In Bodensdorf wurde der Bauherr in spe fündig. "Es hätte Grundstücke mit besserem Ausblick auf den See gegeben, aber das unverbaute Gegenüber mit Pferdewiese und die geschützte Hanglage waren uns wichtiger", erzählt Reuers Lebensgefährtin Judith Szepesváry. Die Architektin mit eigenem Ingenieurbüro nahm sich der Projektsteuerung an.

    Atmungsaktiv

    "Ursprünglich war das Haus als traditioneller Ziegelbau gedacht", sagt Reuer. Doch der Gedanke an den nötigen Vollwärmeschutz mit seinen giftigen Ausdünstungen und totaler Abdichtung bereitete ihm Unbehagen. Man entschied sich für eine Holzkonstruktion mit Hanfdämmung, Lehmziegelausfachung und Tonputz. "Das Haus ist atmungsaktiv und die in den Tonputz der Außenwände integrierte Wandheizung sorgt für angenehme Strahlungswärme", erläutert der Hausherr.

    Der handwerklich geschickte Musikwissenschaftler brachte auch Eigenleistung ein wie z. B. das Schneiden und Schichten der Lehmziegel. Das hat laut Reuer gleich zwei Vorteile: "Man spart Kosten und es entsteht eine innere Verbundenheit mit dem zukünftigen Zuhause."

    Foto

    Foto © Privat

    Foto vergrößernDer Plan des WohngeschoßesFoto © Privat

    Auch die Planung der Räumlichkeiten ist bedürfnisorientiert. Das Haus ist als Alterswohnsitz gedacht, also befinden sich alle Räume außer das Büro der Architektin, Lager- und Haustechnikräume im Erdgeschoß. Großen Wert legte man auf die Lichtführung: Schlafzimmer, Küche, Wohnraum mit Essecke und Musik- und Bibliotheksbereich gliedern sich von Osten nach Westen. Sämtliche Ecken, auch an den Fensternischen, sind abgerundet, noch ein Effekt, um mehr Licht einzufangen. Folgerichtig gibt es im ganzen Haus keinen einzigen Vorhang. Liebgewonnene Stücke wie das breite Biedermeiersofa wurden bei der Planung der Fenster berücksichtigt.

    Kunst am Bau

    Ein besonderer Clou ist der umlaufende Balkon, der zu jeder Tageszeit Sonne oder nach Wunsch auch Schatten bietet. Das Geländer gestaltete ein befreundeter Kärntner Metallbildhauer. "In die Metallkonstruktion integrierte der Künstler alte Gebrauchsgegenstände aus Metall, Noten und sogar einen Notenständer - als Reminiszenz an den Beruf des Hausherrn", schwärmt die Architektin. Durch seine Form und die Rundung des Balkons empfinden die Bewohner das Haus "wie ein Lächeln in der Landschaft".

    Fotoserie: Ökologisches Wohnen mit Kunst

    Wer sich für diese Bauweise interessiert, ist bei Judith Szepesváry und Bruno Reuer herzlich willkommen, kann das Haus besichtigen und sich auf Wunsch auch beraten lassen.

    SONJA SCHINDLER

    Das Projekt

    Holzriegelkonstruktion, Hanfdämmung, Lehmziegelausfachung, Tonputz. Heizung und Warmwasser: Luftwärmepumpe, solarunterstützt.

    Wohn-Nutzfläche: ca. 210 Quadratmeter, Balkon ca. 44 Quadratmeter.

    Baukosten: ca. 370.000 Euro. Bauzeit Mai 2010 bis November 2011.

    Idee und Planung: Bruno Reuer, Architektin Judith Szepesváry in Zusammenarbeit mit dem Architekten Johann Schindlauer.

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