Pro Tag 1252 Raser erwischt
Im Vorjahr gab es in Kärnten 456.862 Geschwindigkeitsübertretungen! Bei durchschnittlich 30 Euro Strafe macht das in Summe rund 13,7 Millionen Euro.

Foto © PeutzAutofahrer halten sich immer weniger an die Vorschriften. Die Polizei wird deshalb die Kontrollen weiter verstärken
Was ist bloß mit Kärntens Autolenkern los? Sie halten sich immer weniger an die Vorschriften! 2011 wurden mehr Raser, mehr unerlaubte Handy-Telefonierer, mehr Gurtmuffel, mehr betrunkene Lenker und mehr Drängler als das Jahr zuvor erwischt!
Für Oberst Adolf Winkler, dem Leiter der Verkehrspolizei Kärnten, gibt es mehrere Gründe für diese alarmierende Entwicklung: Einerseits ist schlichtweg die Bereitschaft der Verkehrsteilnehmer, sich an die Gesetze zu halten, gesunken. "Das Normverhalten muss wieder gesteigert werden", sagt er. "Auch wenn man zum Beispiel die 30er-Beschränkung nicht für sinnvoll hält, man muss sich trotzdem daran halten." Zum anderen schrecken die angedrohten Strafen, laut Winkler, derzeit nicht in allen Bereichen wirklich ab. Er nennt etwa die 50-Euro-Strafe für Handy-Telefonierer. Temposünder hat der Polizei-Oberst besonders im Visier. Rasen ist immerhin Unfallursache Nummer eins. "Die Folgen eines Unfalls sind oft schwerwiegend - gesundheitlich und wirtschaftlich", sagt Winkler. "Deshalb: runter vom Gas!"
Die Rekordzahl von Anzeigen und Organmandaten im vergangenen Jahr ist laut Winkler auch auf die verstärkten Kontrollen der Verkehrspolizei zurückzuführen. "Diesen Kontrolldruck werden wir beibehalten, teilweise sogar noch steigern", warnt er.
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Zahlen und Fakten
456.862 Geschwindigkeitsübertretungen gab es in Kärnten 2011. Pro Tag sind das rund 1252 Anzeigen oder Organmandate (sofort bezahlte Strafe). Der Hauptteil - 365.700 - sind Radaranzeigen (Radarkästen und mobile Radargeräte im Auto): Das sind um 33.658 mehr als 2010. Hinzu kommen 25.500 Anzeigen und Organmandate durch die Section Control. Plus sonstige Geschwindigkeitskontrollen (9065 Anzeigen) sowie "Laser-Strafen").
56.597 Laser-Strafen wurden im Vorjahr laut aktueller Statistik der Kärntner Verkehrspolizei verhängt. Die Zahl im Detail: Es gab 11.172 Laser-Anzeigen (Messung mit Laserpistole), das waren um 1531 Anzeigen mehr als 2010. Auch bei den Laser-Organmandaten gab es im Vergleich mit 2010 eine Zunahme um 6155 Anzeigen auf 45.425.
14.295 Handysünder wurden 2011 angezeigt. Das sind 2139 Anzeigen mehr als im Jahr 2010. Telefonieren ohne Freisprechanlage während der Fahrt lenkt ab. Laut Studien ist ein Telefonierer mit einem Lenker, der 0,8 Promille intus hat, vergleichbar. Das Unfallrisiko telefonierender Lenker ist fünf Mal höher als jenes der Nicht-Telefonierer.
11.041 Gurtmuffel hat die Verkehrspolizei im Vorjahr geschnappt. Das sind um 1594 Sicherheitsgurtübertretungen mehr als 2010. Ein alarmierender Trend, denn ein Gurt entscheidet in Extremsituationen über Leben oder Tod. Autofahrer greifen bei Überlandfahrten eher zum Gurt, unterschätzt wird die Gefahr vor allem auf kurzen Distanzen.
















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